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Alles über meine Mutter

TODO SOBRE MI MADRE

In der kunstvollen Seifenoper feiert Pedro Almodovar weibliche Werte und klagt den Machismo an.

TODO SOBRE MI MADRE
Spanien

Regie: Pedro Almodovar
Mit: Cecilia Roth, Eloy Azorín, Marisa Paredes

- ab 0 Jahren

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20.06.2006
  • Stefanie Hentschel

Almodóvar ist ruhiger geworden. Seine Heldinnen steuern nicht mehr auf den Nervenzusammenbruch zu, sie kriegen bloß ein paar Falten mehr oder liegen sich weinend in den Armen. Stilles Schluchzen statt schriller Schreie, seit nunmehr schon drei Filmen. Mit kleinen Geschichten gibt er sich trotzdem nicht zufrieden. "Alles über meine Mutter" spannt einen Bogen zwischen Geburt und Tod.

Es geht um Mutter- und andere Liebe, der Zufall mischt munter mit, und am Schluss steht nichts Geringeres als ein Wunder.

Eine Mutter verliert ihren einzigen Sohn durch einen Unfall. Doch so, wie sein transplantiertes Herz in einer fremden Brust weiter schlägt, sucht sich ihre Zuwendung neue Schützlinge: eine transsexuelle Hure, eine alternde lesbische Schauspielerin und eine schwangere Nonne – ganz alltägliches Almodóvar-Personal eben. Männer kommen nur als Kinder vor – oder als Frauen, wie die Transsexuelle Lola, die „die schlechten Eigenschaften eines Mannes und einer Frau vereint“.

Alles in diesem Film ist aufeinander bezogen. Kaum ein Bild, das nicht seine Entsprechung in einem anderen findet. In die Handlung eingeflochten sind Aufführungen von Endstation Sehnsucht und der Bette-Davis-Film Alles über Eva, in dem sich die Frauen nicht großherzig und nächstenliebend, sondern raubkatzig-egoistisch gebärden. Ein Eva-Bild, das Almodóvar zu korrigieren gewillt ist.

So tritt die extreme Künstlichkeit der Inszenierung zurück hinter die Zärtlichkeit, mit der Almodóvar Frauen und ihre Beziehungen zeichnet. Frauen sind es auch, denen er den Film gewidmet hat: Schauspielerinnen und Müttern, vor allem seiner Mutter. Das Enfant terrible ist zum Muttersöhnchen gereift. Tut ihm gut. fan

Spielplan

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20.06.2006, 12:00 Uhr | geändert: 30.11.2009, 12:00 Uhr
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Ein beeindruckender Film, der die Frage nach Schuld und Sühne stellt: inwiefern kann erlittenes Unrecht gegen anderes Unrecht aufgerechnet werden? Man fragt sich als Zuschauer fast ständig, was ist real und was ist (möglicherweise?) absurd: sowohl beim agieren von Martin als auch beim Verhalten des Arzt-Ehepaares im Kontakt miteinander und mit seinen Kindern. Interessant die distanzierte Kameraführung, erinnert mich irgendwie an Michael Haneke.
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