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Heute schon gemuncht?

Alles Fassade

Heute schon gemuncht? Nein, liebe Gymnasiallehrer, packen Sie den Rotstift wieder weg. Das ist kein Verschreiber, das ist Kunst.

03.09.2015

Von FABIAN ZIEHE

"Munchen" kommt von Edvard Munch, dem Maler mit dem "Schrei". Der Norweger hat auch sonst manch hübsches Motiv auf Leinwand gebracht - aber nicht die Tübinger Neckarfront. Diese wurde allerdings: gemuncht. Und zwar, nun müssen Sie, liebe Kunstlehrer, ganz stark sein, mit einem Algorithmus.

Dieses Malen nach Zahlen im Endstadium haben sich Neurowissenschaftler der Uni Tübingen ausgedacht. Nun stellen sie die Technik dazu in einem Aufsatz vor. Man liest Englisch, versteht aber nur Bahnhof. Es geht um neuronale Netzwerke, Prozesse im Künstlerkopf, die am Rechner modelliert werden.

Jedenfalls kann man einen Computer mit einem Bild füttern (Neckarfront), ein anderes als Blaupause danebenstellen (Munchs "Schrei") und dann den Chip den Rest erledigen lassen. Heraus kommt: Die Neckarfront gemalt im Stil des berühmten "Schreis". Man erkennt beides - und es sieht hinreißend aus. Total verrückt! Auf dieselbe Art lässt sich übrigens auch "turnern", "goghen", "picassieren" und sogar "kandinskyen".

Doch nicht nur in Tübingen sorgt Fassade für Furore, auch in Pforzheim an der Enz (ja, liebe Erdkundelehrer, auch an der Nagold und der Würm). Architekt Andreas Sarow hat als PR-Aktion eine Villa aus den 20ern schwarz anmalen lassen. Alles: Türklingel, Schornstein, Fensterscheiben. Verrückt! Ähnliches boten bisher nur ein Abrissprojekt in Stuttgart, eine Baumarktwerbung und die Rolling Stones. Ja, liebe Musiklehrer: "I want it painted black!"

Pforzheim diskutiert nun wie wild - die Denkmalschützer sind verschnupft, die Stadt zurückhaltend, die Architektenkammer empört. Wir aber fragen uns nur: Könnte man die Villa nicht einfach "munchen"? Oder die Neckarfront "sarowisieren"?.

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Erstellt:
3. September 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. September 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. September 2015, 12:00 Uhr

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