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Brandstiftung neben Haus für Flüchtlinge

Alle 47 Bewohner bleiben unverletzt

Ein Gasthaus neben einem Flüchtlingsheim ist in Remseck ausgebrannt. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden ist.

21.10.2015
  • HANS GEORG FRANK

Remseck Hossein Barbari, vor 18 Monaten aus Baghlan in Afghanistan geflüchtet, zählt immer wieder auf, wem er danken möchte: Der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Bürgermeister. Wie Barbari haben alle anderen 46 Bewohner einer Unterkunft in Remseck (Kreis Ludwigsburg) den Brand direkt neben ihrem Flüchtlingsheim unverletzt überstanden. Im leeren Gasthaus "Lamm" war gestern gegen 2.45 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

Sehr bald meldete die Polizei ihren Verdacht, dass es sich um Brandstiftung handelt. In der Wirtschaft, seit Mai 2014 geschlossen, fielen den Feuerwehrleuten mehrere Brandherde auf. Offenbar gab es auch Benzinlachen. Wegen des möglichen politischen Motivs ist der Staatsschutz an den Ermittlungen beteiligt. Zwar wurde der Sachschaden auf 250 000 Euro geschätzt, doch allem Anschein nach muss das Gebäude abgerissen werden.

Für Flüchtlinge war im Mai 2014 das Gästehaus des "Lamm" hergerichtet worden. Dort ist Platz für 60 Personen. Derzeit leben dort hauptsächlich Familien aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und aus Albanien. Der jüngste Flüchtling ist drei Wochen alt - Barbaris Tochter Linda. "Ich habe das Baby in eine Decke gewickelt und bin schnell aus dem Zimmer, es war voller Rauch", erzählt der Vater. Wenige Minuten später hätten Feuerwehrleute die schlafenden Bewohner gerettet. In einem provisorischen Quartier habe sie das Rote Kreuz mit Decken, Wasser und Obst versorgt, bevor die Flüchtlinge in ihre Zimmer zurückkehren konnten.

Jasmine Finckh vom Arbeitskreis Asyl ist Stunden später noch erschüttert. "Es gab hier große Zustimmung, die ich so gar nicht erwartet habe", schildert sie das Verhältnis mit den Nachbarn - "wenige Beschwerden, keine Probleme". Aber, sagt die Gemeinderätin der Grünen, "dumme Leute gibt es überall, auch hier in Remseck".

Als der Asyl-Plan des Wirtes bekannt wurde, gab es letztes Jahr deutliche Ablehnung. Anwohner fürchteten um ihre Ruhe und den Wert ihres Besitzes. Jetzt kursierten Gerüchte, dass auch der Altbau für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden solle. Der Besitzer, dem angeblich vier weitere Heime gehören, verdiene sich "eine goldene Nase". Im "Lamm" gibt es etwa zehn Zimmer, "die reichen für 30 Personen", glaubt ein Rentner. Auch er geht davon aus, dass mit der Brandstiftung "die Nutzungsänderung verhindert werden sollte".

Alle 47 Bewohner bleiben unverletzt
Ein leeres Gasthaus neben einer Flüchtlingsunterkunft ist in Remseck (Kreis Ludwigsburg) offenbar durch Brandstiftung so schwer beschädigt worden, dass es vermutlich abgebrochen werden muss. Foto: Hans Georg Frank

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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