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Tübingen soll leiser werden

Aktionsplan kann Tempolimits auf Bundesstraßen bringen

In Tübingen soll es leiser werden. Weil es Beschwerden vor allem von Anwohnern der beiden Bundesstraßen 27 und 28 gab, erstellt die Stadtverwaltung jetzt einen „Lärmaktionsplan“. Der wird, so viel ist jetzt schon sicher, zu weiteren Tempo 30- und 40-Zonen führen.

09.10.2015
  • Sabine Lohr

Tübingen. Es ist laut in Tübingen. Vor allem die Anwohner der beiden Bundesstraßen, die durch die Stadt führen, können davon ein Lied singen. Aber auch in der Hölderlinstraße oder der Wilhelmstraße fahren so viele Fahrzeuge, dass der Lärm so manchem Anwohner gewaltig auf die Nerven geht.

Aktionsplan kann Tempolimits auf Bundesstraßen bringen
Viel Verkehr wie hier in der Hegelstraße gestern Nachmittag heißt auch viel Lärm. Der soll nun auf die erlaubten Grenzwerte reduziert werden. Die Verwaltung erarbeitet dazu einen Aktionsplan. In dem werden unter anderem Tempolimits vorgeschlagen. Bild: Sommer

„Ja, es gibt schon lange immer wieder Beschwerden aus verschiedenen Ecken der Stadt“, bestätigt Baubürgermeister Cord Soehlke. Und gibt den Leuten recht: „Es ist teilweise eine heftige Lärmbelastung.“ Das ist nicht nur ein subjektiver Eindruck Soehlkes, sondern er hat die Belastung inzwischen rot auf weiß vor sich liegen. Seine Fachabteilung hat eine neue Lärmkarte erstellt, die als Grundlage für einen „Lärmaktionsplan“ dient. Einen solchen muss eine Kommune machen, wenn der Lärm tagsüber mehr als 70 Dezibel, nachts mehr als 60 Dezibel beträgt.

Wo das der Fall ist, muss etwas getan werden, um diese Grenzwerte möglichst zu unterschreiten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Soehlke nennt Flüsterasphalt, Lärmwände oder -wälle, Zuschüsse für Lärmschutzfenster – und Geschwindigkeitsreduzierungen.

Fahrverbote schließt der Baubürgermeister aus: „So stark sind die Tübinger Straßen dann doch nicht belastet.“ Aber immerhin: Über 6000 Autos und Lastwagen fahren täglich auf den beiden Bundesstraßen durch die Stadt und sorgen dafür, dass es stellenweise so laut ist, dass die Stadt handeln muss. Zwar will Soehlke noch nicht verraten, für welche Stellen dies zutrifft, doch schließt er Tempo 30 oder 40 für einige Zonen der beiden innerörtlichen Bundesstraßen nicht aus. Allein schon, weil Lärmschutzwände dort nicht in Frage kommen und eine neue Asphaltierung ganz schön teuer würde. „Wir müssen schon überlegen, was verhältnismäßig ist und auch wirtschaftlich“, sagt Soehlke.

So kann es sein, dass es in der Hölderlinstraße für einzelne Häuser Zuschüsse zu Lärmschutzfenstern gibt und vor anderen Häusern das Tempo gedrosselt wird. Dass vielleicht auf der Hegelstraße nur noch Tempo 40 erlaubt ist oder die Stuttgarter Straße nachts abschnittsweise nur mit 30 Stundenkilometern befahren werden darf.

Im Dezember, spätestens im Januar, legt die Stadtverwaltung sowohl die Lärmkarte als auch den Aktionsplan mit den Vorschlägen den Gremien vor. Diese haben dann darüber zu entscheiden, welche Einschränkungen sie den Autofahrern zumuten müssen und wollen. Ganz ohne solche freilich wird es nicht gehen, denn am Erlass des Landesministeriums für Verkehr und Infrastruktur ist nicht zu rütteln. Die Grenzwerte müssen eingehalten werden – auch ohne Beschwerden. „Letztendlich geht es um den Schutz der Bevölkerung“, stellt Soehlke klar.

Vor der Entscheidung darüber, wie und an welchen Stellen der Lärm reduziert wird, sind neben Ämtern, Behörden und anderen so genannten „Trägern öffentlicher Belange“ auch die Bürger gefragt. Soehlke plant eine Informationsveranstaltung zum Thema. Wenn der Entwurf des Aktionsplans dann ausliegt, kann jede und jeder Vorschläge machen oder Bedenken äußern.

Zunächst aber muss die Verwaltung noch intern diskutieren. Das kann sie demnächst tun, sobald festliegt, an welchen Stellen die Grenzwerte überschritten werden. Bei der Erarbeitung der Vorschläge für Gegenmaßnahmen werden dann auch Fachleute außerhalb der Verwaltung einbezogen.

Vor acht Jahren wurden landesweit die ersten Lärmkarten erstellt, die bis 2012 vervollständigt wurden. Auch für Tübingen und Umgebung gibt es diese Lärmkarten. Sie und alle anderen sind auf der Internet-Seite des Verkehrsministeriums (www.lubw.baden-wuerttemberg.de) zu finden. Die neuen Lärmkarten sind aber wesentlich genauer als die bisherigen. In ihnen muss jedes einzelne Gebäude verzeichnet sein, so dass punktgenau die Verkehrsdichte und der damit einhergehende Krach ermittelt werden kann. Der Erlass des Ministeriums geht auf eine EU-Verordnung zurück, nach der bis 2008 Lärmaktionspläne aufzustellen waren. Die Kommission hat sich inzwischen bereits über fehlende Aktionspläne beschwert, weshalb das Verkehrsministerium die Kommunen angemahnt hat.

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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