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Genau nach 55 Jahren

Aixer Jugendorchester spielte in der Stiftskirche

Tübingen. Im Februar war das Jugendsinfonieorchester der Musikschule auf Konzertreise in Tübingens Partnerstadt Aix-en-Provence. Mit seinem Auftritt am Dienstag in der Stiftskirche stattete nun das jugendliche Orchestre symphonique des Aixer Conservatoire unter seinem Dirigenten Jean-Philippe Dambreville den Gegenbesuch ab – ein Benefiz für die Stiftung Stiftskirche. Die Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast wies in ihrem Grußwort auf das besondere Datum hin: Eben am 20.

23.10.2015

Oktober 1960, auf den Tag genau 55 Jahre vor diesem Konzertabend, wurde die Städtepartnerschaft zwischen Aix und Tübingen beschlossen.

Geschichtsaufarbeitung und Völkerverständigung

Das Programm verstand sich als ein Signal von Geschichtsaufarbeitung und Völkerverständigung: hier das berühmte e-moll-Violinkonzert des im Nationalsozialismus diffamierten Mendelssohn, dort Beethovens Siebte Symphonie, entstanden in Napoleonischer Besatzungszeit und 1813 wenige Wochen nach der Völkerschlacht von Leipzig uraufgeführt.

Die Solo-Partie in Mendelssohns Konzert liegt oft recht hoch. Bilal Alnemr fand dafür einen inständig beseelten, Glasharmonika-feinen Ton, den er mühelos intensivierte, ohne dünn oder scharf zu werden.

1996 in Damaskus geboren, wurde Alnemr 2009 bei einem Meisterkurs an der dortigen Musikhochschule von Professoren des Aixer Konservatoriums entdeckt. Bis 2012 setzte er seine Ausbildung in Aix fort. Inzwischen studiert Alnemr in Paris und tritt regelmäßig mit Renaud Capuçon auf. In der Solo-Kadenz konnte man hören, wie bruchlos durchgängig und ausgereift sein Timbre ist, alle Lagen vollkommen ausgeglichen. Mit großer innerer Ruhe hielt er die Balance zwischen lyrischer Stimmung, melodischer Süße und epischer Stringenz.

Unangestrengt all die technischen Schwierigkeiten wie Doppelgriffe oder Oktav-Passagen. Dabei lehnte sich der Solo-Part so schmiegsam wie schwerelos an den Orchesterklang an. Mit seiner Zugabe, einer Improvisation über syrische Volksmelodien, bedankte sich Alnemr persönlich für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland. Herzlicher Beifall der 650 Zuhörer.

Hallo Städtepartner: Oboistin sprang ein

In Beethovens Siebter gefiel der lebendige Zugriff der 70 Musiker/innen, der farbvolle Spannungsaufbau, die luzide Anmut. Staunenswert das Allegretto, ein unwirklich leise beginnender Schreittanz, der sich in trauervoller Schönheit eindrucksvoll steigerte – eine allmählich näherkommende und wieder verklingende Prozession.

Vor der Zugabe – noch einmal und noch ergreifender das Allegretto – berichtete Dirigent Dambreville dem Publikum von einem „schönen Beispiel erfolgreicher Städtepartnerschaft“: Für den verhinderten ersten Oboisten war – vier Stunden vor Konzertbeginn – Luisa Hülsmann eingesprungen. Dambreville war ganz begeistert vom Timbre der ehemaligen Tübinger Musikschülerin, die seit 2014 in Frankfurt Oboe studiert. achim stricker

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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