Lufthansa

Airline will Hilfen rasch zurückzahlen

Der Konzern gibt neue Aktien aus. Die Kapitalerhöhung soll 2,1 Milliarden Euro für die Schuldentilgung bringen.

21.09.2021

Von DPA

Es geht aufwärts demnächst mit weniger Hilfe. Foto: Boris Roessler/dpa

Frankfurt/Main. Die Lufthansa will neue Aktien im Gesamtwert von 2,1 Milliarden Euro ausgeben. Das Geld soll in die Rückzahlung der Stillen Einlagen fließen, mit denen der Staat den Luftfahrtkonzern in der Corona-Krise vor dem wirtschaftlichen Aus gerettet hatte. Die neuen Anteilsscheine sollen den Aktionären vom 22. September bis 5. Oktober im Bezugsverhältnis 1:1 zu einem Bezugspreis von 3,58 Euro angeboten werden. Damit können sie für jede bestehende Aktie eine neue Aktie zum Bezugspreis erhalten. Luftfahrtexperte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein zeigte sich über den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung verwundert: Möglicherweise wäre es besser gewesen, auf deutlichere Anzeichen einer Erholung auf den Fernstrecken und bei Geschäftsreisen zu warten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich stolz, dass die Lufthansa die Hilfsgelder jetzt zurückzahlen kann: „Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir das Stabilitätspaket nur so lange in Anspruch nehmen werden, wie es notwendig ist.“ Die Nettoverschuldung des Konzerns soll durch die Kapitalerhöhung deutlich sinken: „Wir können uns nun voll auf die weitere Transformation der Lufthansa Group konzentrieren.“ Der Konzern hat in der Krise Arbeitsplätze abgebaut. Zuletzt zählte er mit 110 000 Beschäftigten 30 000 weniger als vor Corona.

Deutschland, Österreich, die Schweiz und Belgien hatten dem Konzern nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs infolge der Pandemie mit Finanzhilfen unter die Arme gegriffen. Insgesamt sagten sie 9 Milliarden Euro zu. Der deutsche Staat stieg über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zudem als Anteilseigner mit 20 Prozent bei der Lufthansa ein. Außerdem stellte der WSF zwei Stille Einlagen als Eigenkapital bereit, von denen die Lufthansa bisher 2,5 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat. Das Geld aus der Kapitalerhöhung will sie zur Rückzahlung dieser Einlagen nutzen – erst 1,5 Milliarden, dann die restliche Milliarde bis zum Jahresende. Ein Kredit der Staatsbank KfW von 1 Milliarde Euro wurde bereits zurückgezahlt. dpa

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Erstellt:
21. September 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. September 2021, 06:00 Uhr

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