Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Airbus schmiedet Allianz gegen Boeing
Airbus-Chef Tom Enders überrascht die Branche mit dem Einstieg bei Bombardier. Foto: afp
Luftffahrt

Airbus schmiedet Allianz gegen Boeing

Der europäische Flugzeugbauer steigt beim kanadischen Konkurrenten Bombardier ein.

18.10.2017
  • HAJO ZENKER

Berlin. Mit dem Einstieg beim kanadischen Konkurrenten Bombardier ist dem europäischen Flugzeugbauer eine faustdicke Überraschung gelungen. Airbus übernimmt etwas mehr als die Hälfte der Anteile an der C-Serie, Bombardier hält künftig 31 Prozent, während der Rest in den Händen der kanadischen Provinz Québec liegt.

Für Bombardier kommt die Beteiligung gerade noch zur rechten Zeit. Denn das Unternehmen hatte den Platzhirschen Airbus und Boeing am unteren Rand deren Modellpalette Konkurrenz machen wollen. Doch die Entwicklungskosten für die C-Serie, die 100 bis 150 Sitzplätze bietet, sprengten die Budgetgrenzen. Bombardier häufte Verluste an. Vor drei Jahren hatte Airbus noch eine Beteiligung abgelehnt. Stattdessen bewahrte Ende 2015 der Staat den Konzern vor der Pleite: Die Regierung der Provinz Québec investierte 1,3 Mrd. kanadische Dollar (920 Mio. EUR) und wurde damit zu 49,5 Prozent an der Tochter für die C-Serie beteiligt.

Das brachte eine Verschnaufpause, die auch zu massiven Stellenstreichungen genutzt wurde. Den Sparkurs des Konzerns müssen auch Tausende Mitarbeiter der Bahnsparte, etwa in Hennigsdorf (Brandenburg) und Görlitz (Sachsen), ausbaden. Immerhin konnte der Konzernverlust von 5 Mrd. Dollar auf 981 Mio. Dollar gesenkt werden.

Nun steigt Airbus doch ein – und bezahlt dafür nicht einmal Geld. Der Konzern bringe seine Kapazitäten für Verkauf und Marketing ein, sagt Airbus-Chef Tom Enders. Er sprach von einer „Win-Win“-Vereinbarung. Er habe keinen Zweifel, „dass unsere Zusammenarbeit mit Bombardier die Verkäufe und den Wert dieses Programms enorm steigern werden“, erklärte Enders. Bombardier-Chef Alain Bellemare nannte Airbus einen „perfekten Partner“.

Handelsstreit umgangen

Bisher hatten viele potenzielle Kunden des modernen, vergleichsweise umweltfreundlichen Flugzeugs angesichts der unklaren Perspektive des Herstellers gezögert. Nur die Lufthansa-Tochter Swiss zeigte sich trotz aller Verzögerungen unerschrocken und ist als Erstanwender zufrieden. Auch die lettische Air Baltic fliegt bereits mit Bombardier. Mit Airbus im Rücken dürften viele Bedenken nun zerstreut werden. Der europäische Flugzeugbauer bietet künftig nun auch kleinere Jets an, in diesem stark wachsenden Segment gibt es bislang wenig Konkurrenz. Mit der Kooperation umgehen Airbus und Bombardier auch den Handelsstreit, den US-Präsident Donald Trump angezettelt hatte. Seine Regierung drohte mit Strafsteuern von bis zu 300 Prozent. Das hätte die C-Serie für US-Airlines unattraktiv gemacht, auch für Delta Airlines. Die US-Fluggesellschaft ist bisher der Hauptabnehmer der C-Serie und hat mehr als 120 Maschinen bestellt.

Airbus umgeht die angedrohten Strafen der US-Regierung mit der Endmontage der C-Serie in einem eigenen Werk im US-Bundesstaat Alabama. Von dort sollen die Kunden in den USA mit der C-Serie beliefert werden. Damit hätte man Washington ausgetrickst. Turbulenzen nicht ausgeschlossen. Hajo Zenker

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.10.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular