Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Verbraucherschutzministerin beklagt Verkaufsdruck auf Bankmitarbeiter

Aigner greift Geldhäuser an

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner greift die Banken scharf an. Die CSU-Politikerin wirf den Geldhäusern vor, mit verschärften Verkaufsdruck auf ihre Mitarbeiter Renditeoptimierung zu betreiben.

27.07.2009

Politiker und Gewerkschaften werfen den Banken vor, aus der Finanzkrise keinerlei Lehren gezogen zu haben. "Einige haben aus der Krise ganz offensichtlich nichts gelernt ", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner der "Süddeutschen Zeitung ". Die Mitarbeiter in den Filialen würden zum Teil noch stärker unter Druck gesetzt als vor der Krise. Aigner monierte, dass die Bankmitarbeiter bereits wieder "möglichst viele Produkte verkaufen " sollten. "Man hat offenbar nicht verstanden, dass es darum geht, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. " Es sei zwar legitim, wenn die Banken sich Renditeziele setzten und "diese Ziele von oben nach unten weiterreichen ". Aber daraus dürften keine konkreten Verkaufsvorgaben für den einzelnen Mitarbeiter entstehen, sagte die CSU-Politikerin. Es sei falsch, dass die Geldhäuser ihren Angestellten im Einzelnen vorzuschreiben würden, wie viele Zertifikate und wie viele Bausparverträge sie pro Woche verkaufen müssten. Solche Zielvorgaben verhinderten nur, dass den Kunden das für sie am besten geeignete Produkt verkauft werde. Die Ministerin kündigte ein standardisiertes Produktinformationsblatt an, mit dem die Anleger künftig besser über die Risiken von Anlagen aufgeklärt werden sollen. Gesetzlich könne sie zwar in dieser Legislaturperiode nichts mehr machen, aber eine freiwillige Lösung sei zumindest ein erster Schritt. "In der Finanzbranche hat man sich offen dafür gezeigt ", sagte die Ministerin. Das DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki sagte der Zeitung "Rheinpfalz am Sonntag ": "Das globale Finanzcasino hat die Türen schon wieder weit offen. " Es werde bereits fleißig gezockt. Er nannte es "ungeheuerlich, dass die Brandstifter von einst erneut mit den Zündhölzern spielen ". Ausgerechnet die Finanzjongleure hätten sich als die großen Profiteure der Krise erwiesen. Während die Unternehmen dringend frisches Kapital benötigten, erschwerten die Banken immer weiter die Kreditvergabe, verdienten aber kräftig daran durch die Verschärfung der Kondititonen. Der DGB verlangte als Konsequenz aus der Krise die Einführung einer Steuer auf alle Finanzmarktgeschäfte. Das würde besonders die Spekulanten treffen, betonte Matecki. Je öfter ein Investor Wertpapiere verkaufe oder kaufe, desto häufiger müsse er in die Tasche greifen. Langfristig orientierte Anleger würden dagegen nur wenig belastet. Nach DGB-Berechnungen würde bereits ein Steuersatz von 0,1 Prozent auf alle an der Börse gehandelten Transaktionen den Finanzämtern Mehreinnahmen von mindestens 13,5 Mrd. EUR jährlich einbringen. Zugleich forderte der DGB die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf, künftig alle Finanzprodukte einem speziellen TÜV zu unterziehen. Kein Markt, kein Akteur und kein Produkt dürfe unkontrolliert bleiben, sagte Matecki. Leerverkäufe und Aktienanleihen müssten verboten werden. AP/ddp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

27.07.2009, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Sozialwohnungen Offensive mit einem Haken
Angelika Bachmann über eine Erkenntnis 30 Jahre nach dem Abitur Sechs Algorithmen in einem karierten Schulheft
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular