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Afro-Look und Wuschelfell
Das Alpaka-Fohlen Levi, das mit der Flasche aufgezogen wurde, weicht Ulrich Schaber kaum von der Seite. Foto: Foto
Tiere

Afro-Look und Wuschelfell

Alpakas liegen voll im Trend. Die Familie Schaber aus Nürtingen ist schon seit 15 Jahren von den Andenkamelen begeistert. Ihre Farm ist inzwischen ein gefragtes Ausflugsziel.

06.04.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Nürtingen. Melanie ist hin und weg: „Ich bin verliebt“, ruft sie und eilt zusammen mit ihrer Freundin Claudia ans Gatter. Die Kinder Mila, Ben und Anna folgen dicht dahinter. Die Mütter aus Stuttgart und Wendlingen haben sich auf der Alpakafarm Schaber im Nürtinger Stadtteil Neckarhausen getroffen, um ihren Kindern mit einer Alpaka-Wanderung eine Freude zu bereiten, aber die beiden Frauen sind mindestens genauso begeistert. Ulrich Schaber kennt das, die Aaahs und Ooohs, die seligen Gesichter. Alpakas sind Sympathieträger. Die kleine Kamelart mit dem verschmitzten Lächeln und dem Wuschelfell, das einen runden Popo und eine Art Afro formt, ist besonders putzig anzusehen. Das Alpaka gilt als Trendtier 2018 und ist somit am Einhorn vorbei galoppiert und scheint auch den Flamingo, ein weiteres Trendtier der vergangenen Monate, hinter sich zu lassen. In den sozialen Netzwerken werden inzwischen eifrig Alpaka- und Lama-Videos sowie -Selfies geteilt, auch die Werbung hat den Hype erkannt.

Verliebt in die Tiere hat sich auch Ulrich Schaber, aber bereits 2003 auf der landwirtschaftlichen Schau, die anlässlich des Volksfestes auf dem Cannstatter Wasen stattfindet. Hin fuhr er als Inhaber einer Baumschule, zurück kam er als angehender Alpaka-Züchter. „Was ist das?“, hatte seine Frau Tina damals gesagt. Heute ist sie es, die nach einer Woche Heimweh hat. 180 Tiere halten die Eheleute auf einer Anhöhe. Die Farm ist ein beliebtes Ausflugsziel – wegen des sagenhaften Blicks auf den Albtrauf und wegen der Tiere.

Die Andenkamele kann man bei Hofführungen oder beim Trekking, bei dem man die Tiere an der Leine führen darf, kennenlernen. „2010 wollte keiner Trekking machen, heute bieten wir täglich Touren an“, sagt Ulrich Schaber (54). Kindergeburtstage laufen auf dem 13-Hektar-Gelände ebenso gut wie Junggesellinnenabschiede. Tiererlebnisse boomen, vor allem Frauen sind verzückt. Vor 15 Jahren ist Ulrich Schaber für seine Exoten belächelt worden, heute wünscht wohl so mancher Landwirt insgeheim, er selbst hätte seinerzeit den Trend erkannt.

Dabei darf man sich vom Bärchenlook und dem leisen Fiepsen, genannt Summen, nicht täuschen lassen. „Alpakas sind keine Kuscheltiere“, mahnt Ulrich Schaber. Die Tiere mit bis zu einem Meter Rückenhöhe sind dem Menschen zwar durchaus zugetan, streicheln lassen sie sich jedoch nur ungern und schon gar nicht an Kopf und Hals. Alpakaspucke bekommt jedoch nur ab, wer sie bedrängt. Meist zeigen sie ihr entspanntes, freundliches Wesen und werden daher gern als Therapietiere eingesetzt, erklärt der gelernte Gärtner.

In den Topf kommen seine Alpakas nicht. Während in Südamerika das Fleisch verzehrt wird, gibt es in Europa keinen Markt. Stattdessen leben die Schabers vom Verkauf der Nachzuchten – etwa an Neueinsteiger, die in Farm-Seminaren alles über die Haltung erfahren – sowie von der Wolle. Im Hofladen werden Socken, Bettzeug, Filzsohlen, Mode und Souvenirs verkauft, alles in Bio-Qualität. Die Waren sind begehrt, Wolle muss zugekauft werden, sagt Ulrich Schaber: „Wir haben eine Nische besetzt.“

Ein gutes Geschäft sind auch die Attraktionen. Wegen des Zustroms denken sich die Schabers immer neue Angebote aus. Auf der Weide wird Alpaka-Golf mit Softbällen gespielt, im Sommer soll ein 3,5 Kilometer langer Besinnungspfad eröffnet werden, auf dem man sich bei einer Alpaka-Wanderung von Sprüchen und Kunst inspirieren lassen kann. Die kleine Anna, die mit ihrer Mama zum Trekking gekommen ist, hätte dafür wohl keine Augen gehabt. Nach anfänglicher Skepsis strahlt sie ihr Alpaka an. „Die sind so toll und einfach süß. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so nett sind.“

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06.04.2018, 06:00 Uhr
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