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Tierversuche

Affentheater

Zur Diskussion über Tierversuche.

03.07.2013

Das TAGBLATT zitiert mich richtig, die Inszenierung von CIN-Leiter Thier war widerlich: Er war sich im Interesse seiner Karriere nicht zu schade, dem Publikum eine schwerkranke Patientin wortwörtlich vorzuführen. In „Affentheatern“ führten verkleidete Affen Imitationen menschlicher Handlungen in kleinen Szenen vor – eine treffende Bezeichnung also für dieses kalkulierte Schauspiel der Experimentatoren. An ihm ohne Widerspruch zu partizipieren, käme Komplizenschaft gleich. In „Minima Moralia“ schrieb Adorno: „Das einzige, was sich verantworten läßt, ist, den ideologischen Mißbrauch der eigenen Existenz sich zu versagen.“

Die grüne Tierschutzbeauftragte Jäger tat dies explizit nicht, sie ließ sich zum Teil der PR-Veranstaltung von CIN und Pharma-Lobby machen. Nach der ersten Großdemonstration gegen die Tübinger Affenversuche stellte das ZDF-Magazin „Frontal 21“ fest: „Es geht um viel Geld, wissenschaftliches Prestige und Karrieren. Für die Affen und all die anderen Tiere um ein ganzes Leben unter Qualen – für die zweckfreie Forschung!“

Der neue, neoliberale Typ Hochschule richtet sich nach der Industrie aus, die an Profit interessiert ist, und nicht etwa an Bedürfnissen von Patienten. Die grün-rote Landesregierung macht längst mit: Vor der Wahl wollten diese Parteien Affenversuche verbieten, tierversuchsfreie Methoden stärken und schrieben fest, Forschung müsse friedlichen Zwecken dienen; inzwischen unterstützen sie sowohl die tierexperimentelle, als auch die Militärforschung, die das CIN, trotz Zivilklausel der Uni, betreibt.

Matthias Rude, Tübingen

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Erstellt:
3. Juli 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Juli 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2013, 12:00 Uhr

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