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Südwestumschau

Ägyptische Sammlung: Die Mumien bleiben im Magazin

Sie waren lange vergessen: Die ägyptischen Mumien in der Knochenkundlichen Sammlung der Uni Tübingen. Sie kamen 1905 aus Gizeh nach Tübingen, Empfänger war, wie die Ägyptologin Adelheid Schlott herausfand, der Anatom August Froriep.

20.02.2010

Er war an den Mumien offenbar nur aus rein anthropologischen Gründen interessiert, im Anschreiben war von "Material für Rassenforschung" die Rede. Carsten Pusch erfuhr über Kollegen von der Sammlung mit zwei weiblichen Ganzkörpermumien, 70 mumifizierten Köpfen, Händen und Füßen und 300 Schädeln und Skelettteilen. Eine der Mumien fällt auf, weil sie ein Papyrusblatt aus Goldblech im Mund hat. Ihre Fingernägel sind mit Goldblättern bedeckt.

Mit Proben aus der Sammlung entwickelte der Humangenetiker seine Methodik, Erbinformationen aus Mumien zu gewinnen. "An diesem Material kann man sehr viel lernen", sagt Pusch. So verwendete er statt mitochondrischer DNA Kern-DNA, weil diese DNA die Merkmale des Körpers beeinflusst. Allerdings musste er bei seinen Untersuchungen an den Königsmumien in Kairo die Methodik des DNA-Extrahierens ziemlich variieren.

Nach wie vor hat die Öffentlichkeit keinen Zugang zu den Tübinger Mumien. Ob sie irgendwann gezeigt werden, bleibt offen. Es fehlt bisher an geeigneten Ausstellungsräumen. Außerdem ist die Zurschaustellung umstritten. Schlott vertritt die Meinung: "Verstorbene Menschen sind keine Schauobjekte."

Auch ohne Mumien verfügt die Ägyptische Sammlung der Universität im Schloss Hohentübingen über eine große Zahl wundervoller Objekte. Von den über 2000 Stücken zählen die Opferkammer des Seschemnofer III. aus Gizeh und der Sarg des Schiffskapitäns Idi aus Assiut zu den bedeutendsten. Von solchen so genannten Kalendersärgen gibt es weltweit nur etwa 17. Begründet wurde die Ägyptische Sammlung ab dem Jahr 1911 durch Stiftungen des Stuttgarter Fabrikanten Ernst von Sieglin.

Öffnungszeiten: Vom 1. Mai bis 30. September jeweils mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und in den übrigen Monaten von 10 bis 17 Uhr. web.

Carsten Pusch: Untersuchungen an den Königsmumien.

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Erstellt:
20. Februar 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2010, 12:00 Uhr

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