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"Kleiner psychischer Schaden"

Adele Neuhauser über ihre Figur Bibi Fellner im "Tatort"aus Österreich

"Sie ist eine Kämpferin", sagt Adele Neuhauser über ihre "Tatort"-Kultfigur Bibi Fellner. Die Schauspielerin verrät auch, warum sie einen Bibi-Leitfaden für Drehbuchautoren geschrieben hat.

14.09.2013

Von CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Die von Ihnen gespielte Ermittlerin Bibi Fellner und der von Harald Krassnitzer verkörperte Moritz Eisner liegen oft über Kreuz. Wie kommen Sie in echt miteinander aus?

ADELE NEUHAUSER: Total gut! Ich verstehe mich mit Kollegen eigentlich immer gut, aber mit ihm ist es besonders schön, weil wir einen ähnlichen Humor haben und ähnlich intensiv einsteigen: Uns sind die Themen der Krimis immer sehr wichtig, wir gehen damit sehr ernsthaft um.

Stimmt es, dass er Ihnen für den "Tatort" Nachhilfe am Lenkrad gegeben hat? Als Bibi Fellner fahren Sie ja einen sehr coolen Amischlitten.

NEUHAUSER: Ja, Harald fährt fantastisch Auto! Viele haben Angst an seiner Seite, weil er manchmal extrem schnell fährt, aber ich nicht, denn er beherrscht den Wagen großartig. Deshalb habe ich mir von ihm schon ein paar Tipps geben lassen.

Wissen Sie, dass die Wienerin Bibi Fellner auch in Deutschland eine große Fangemeinde hat?

NEUHAUSER: Ich habe viele Freunde in Berlin und weiß deshalb, dass es dort sogar einen Bibi-Fellner-Fanclub gibt, der sich regelmäßig trifft. Das finde ich großartig, denn ich finde auch, diese Figur ist etwas ganz Besonderes. Sie ist eine gebrochene Persönlichkeit, unkorrekt, nicht perfekt, sie lässt auch manchmal einen derben Spruch los, sie ist oft ungeschminkt, aber hat trotzdem rote Fingernägel. Sie ist nicht alltäglich, und sie kommt der Wahrheit damit näher als andere Figuren.

Welchen Anteil hatten Sie bei der Entwicklung Bibis?

NEUHAUSER: Großen Anteil. Ich hatte das Glück, dass der Autor mich gut kannte von einer Serie, die hier in Österreich sehr beliebt ist, und mir die Rolle förmlich auf den Leib geschrieben hat. Dann bin ich bei Kostüm, Maske und Umsetzung intensiv mit eingestiegen. Danach musste ich aber auch manchmal darum kämpfen, dass die Bibi auch die Bibi bleibt, es ging mir fast ein bisschen zu schnell, dass sie vom Alkohol wegkam - ich war ganz froh, als sie in einer Folge einen Rückfall hatte.

Gerade die Ecken und Kanten machen den Reiz der Figur aus. . .

NEUHAUSER: Ich bin auch jedes Mal vor den Kopf gestoßen, wenn ich merke: Das ist nicht mehr Bibi. Ich habe sogar extra eine kleine Bibi-Bibel geschrieben, damit die Drehbuchautoren vor Augen haben, was sie nicht sein sollte und was sie sein könnte.

Und was steht da drin?

NEUHAUSER: Zum Beispiel, dass sie kein Liebesabenteuer mit Eisner eingehen sollte. Vielleicht hatten die zwei ja mal vor vielen Jahren was miteinander und haben deswegen diese besondere Nähe zueinander. Und da steht, dass Bibi durch ihre Erlebnisse bei der Sitte einen kleinen psychischen Schaden davongetragen hat - sie ist leicht verzweifelt an der Welt, aber trotzdem eine Kämpferin.

Sie leben seit einigen Jahren wieder in Wien, nachdem Sie lange als Theater-Schauspielerin in verschiedenen deutschen Städten gearbeitet haben. Mögen Sie Deutschland?

NEUHAUSER: Ich habe sehr lange in Deutschland gelebt, habe mich sozusagen von Münster bis Bayern durchgearbeitet. Ich habe das Land sehr gemocht, am liebsten das Ruhrgebiet und Bayern. Was ich an den Menschen mag, ist, dass es kein Verstellen, keine Maske gibt - sie sind einfach das, was sie sind. Aber ich liebe natürlich auch Österreich und bin sehr gerne hierher zurückgekehrt.

Bringt sich in Lebensgefahr: Adele Neuhauser als Ermittlerin Bibi Fellner im "Tatort: Angezählt". Foto: rbb/ORF/Petro Domenigg

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Erstellt:
14. September 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. September 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. September 2013, 12:00 Uhr

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