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Asyl

Acht Männer nach Kabul abgeschoben

Der Innenminister verteidigt die Aktion: Es handele sich um Straftäter.

14.09.2017
  • EPD/DPA

Düsseldorf. Erstmals seit mehreren Monaten haben Bund und Länder wieder Afghanen in ihre Heimat abgeschoben – trotz der schwierigen Sicherheitslage in dem Land. Ein Flugzeug mit acht abgelehnten Asylbewerbern aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg landete gestern in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Berlin, die Männer seien in Deutschland straffällig geworden und kämen direkt aus der Haft. „Alle acht Personen sind wegen erheblicher Straftaten verurteilt worden.“ Dazu gehören laut den Behörden Vergewaltigung, Kindesmissbrauch und gefährliche Körperverletzung.

Innenminister Thomas de Maizière verteidigte die Zwangsmaßnahme und betonte, die Bundesregierung halte an den Abschiebungen bestimmter Gruppen nach Afghanistan fest. Deutschland hatte mit der afghanischen Regierung im Oktober 2016 vereinbart, dass abgelehnte Asylbewerber wieder in das Land abgeschoben werden können. Nach einem Anschlag auf die deutsche Botschaft in Kabul vereinbarten Bund und Länder in diesem Jahr, bis auf weiteres nur Straftäter, Gefährder und Menschen, die die Feststellung ihrer Identität hartnäckig verweigern, abgeschoben werden sollen. Im Herbst soll es einen neuen Bericht des Auswärtigen Amts über die Sicherheitslage in Afghanistan geben, auf dessen Grundlage die Abschiebepraxis überprüft wird. dpa/epd

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14.09.2017, 06:00 Uhr
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