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Auf den Milliliter genau

Acht Eichämter kontrollieren Zapfanlagen im ganzen Land

Kommt so viel Sprit aus der Zapfsäule, wie die Anzeige besagt? Ist genug Bier in der Flasche? Mitarbeiter der Eichämter überprüfen das.

05.08.2016
  • LSW

Albstadt. Harald Stein füllt an einer Tankstelle in Albstadt (Zollernalbkreis) laut Anzeige 50 Liter Diesel in einen silbernen Tank seines Fahrzeugs. Wie viel wirklich aus der Zapfsäule gekommen, liest er an einem Glaszylinder ab. Das Ergebnis dürfte manchen Pfennigfuchser freuen: 150 Milliliter und damit 0,3 Prozent mehr als bezahlt werden muss. Alles in Ordnung. Die getankte Menge darf bis zu 0,5 Prozent abweichen, nach oben oder unten. Harald Stein weiß das genau, denn er ist Prüfer und für das Eichwesen im Südwesten unterwegs.

Die Abteilung, die zum Regierungspräsidium Tübingen gehört, überprüft nicht nur, wie viel Sprit in den Autotank fließt, sondern auch, ob Flaschen so gefüllt sind, wie auf dem Etikett angegeben, und ob ein Stück Butter immer 250 Gramm wiegt. Es geht darum, ob der Kunde überall das bekommt, was ihm der Verkäufer verspricht und in Rechnung stellt.

Tankstelleninhaberin Michaela Braun ist froh über den Besuch der Prüfer. „Es gibt Kunden, die sich beschweren“, sagt sie. Dann zeigt sie das Eichsiegel an der Zapfsäule, wonach die Anlage einwandfrei funktioniert.

18 800 Zapfhähne haben Prüfer wie Harald Stein im vergangenen Jahr untersucht. 500 waren zu beanstanden, meist weil sie zu viel oder zu wenig Sprit abgaben, wie Falk Seidel, Sachgebietsleiter Tankstellen beim Eichwesen, erzählt. Besonders bei langsamer Tankgeschwindigkeit geben alte Zapfhähne häufig mehr Sprit ab, sagt Seidel. Der Gewinn für den Kunden sei aber gering. „Es lohnt nicht, deswegen zehn Minuten an der Tankstelle zu stehen.“

Nach einem Rüffel der Prüfer müssen die Zapfhähne repariert und erneut kontrolliert werden. Die häufigen Besuche der Prüfer zeigen offenbar Wirkung. „Es wäre sehr dumm, absichtlich Zapfsäulen zu manipulieren“, sagt der Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes, Jürgen Ziegner. „Es wird so stark kontrolliert.“

Auch was in der Tankstelle und in Supermarktregalen in ganz Baden-Württemberg steht, wird vom Eichamt unter die Lupe genommen. Mitarbeiter überprüfen, ob Produktverpackungen tatsächlich so viel enthalten, wie auf dem Etikett angegeben ist. Wer die Kunden täuscht, wird verwarnt oder muss ein Bußgeld zahlen. Von 2400 untersuchten Produktpackungen wurden im vergangenen Jahr knapp 13 Prozent beanstandet. Oft stimmte die Füllmenge nicht.

„Das ist eine hohe Beanstandungsquote und ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden, der den Verbrauchern entsteht“, sagt die Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale, Christiane Manthey. Sie fordert, dass in Zeiten exakter Messtechnik auch die exakte Produktmenge in der Packung enthalten sein müsse.

Wer glaubt, dass eine Verpackung falsch gefüllt ist, kann sich beim Eichamt melden. „Wir wollen, dass der Verbraucher das Gefühl hat, dass er von uns geschützt wird“, sagt der Sachgebietsleiter für Fertigpackungen, Andreas Fritz.

Offenbar hat der Kunde manchmal auch Vorteile: Für die Getränkeindustrie sagt der Geschäftsführer des baden-württembergischen Brauerbundes Hans-Walter Janitz, dass die Flaschen eher über- als unterfüllt seien – weil Hersteller einer Beanstandung von vornherein entgehen wollten.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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