Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Berlin und Ankara wollen Flüchtlingszustrom nach Europa kontrollieren

Abwehr mit Nato-Schiffen

In Ankara versucht Kanzlerin Merkel, die Türkei für eine effektivere Flüchtlingsabwehr zu gewinnen. Nato-Schiffe sollen dafür eingesetzt werden.

09.02.2016

Von GERD HÖHLER

Ankara. Deutschland und die Türkei wollen im Kampf gegen die Schleuser Kriegsschiffe der Nato im Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland einsetzen. Mit einer engeren Zusammenarbeit der deutschen und der türkischen Polizei sollen illegale Grenzübertritte bekämpft werden. Außerdem wird sich das deutsche Technische Hilfswerk an der Versorgung von Flüchtlingen an der türkisch-syrischen Grenze beteiligen. Das kündigten Kanzlerin Angela Merkel und der türkische Premier Ahmet Davutoglu in Ankara an. Ziel sei es, Flüchtlingen "auch aus der Türkei einen Weg nach Europa zu ermöglichen". Dieser Weg solle aber nicht illegal verlaufen sondern "kontrolliert, legal und von uns organisiert".

Die Türkei spielt eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingskrise. 2015 kamen mehr als 850 000 Schutzsuchende von der türkischen Küste über die Ägäis ins EU-Land Griechenland. Die Gespräche galten als ein weiterer Versuch der Kanzlerin, Ankara für eine gemeinsame Strategie zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen zu gewinnen. Bisher ist davon nichts zu merken, trotz der drei Milliarden Euro Finanzhilfe, die die EU der Türkei für die Unterbringung und Versorgung syrischer Flüchtlinge zahlen will.

Über einen möglichen Einsatz von Nato-Kriegsschiffen sollen die Nato-Verteidigungsminister bei ihrem Treffen sprechen. Auch die Zusammenarbeit der türkischen und der griechischen Küstenwachen mit der EU-Grenzschutzorganisation Frontex soll verbessert werden.

Wie brisant die Flüchtlingskrise ist, zeigte sich gestern: Vor der türkischen Küste ertranken mindestens 38 Menschen, darunter zwei Kinder, als zwei Boote kenterten. Die Flüchtlinge wollten zur griechischen Insel Lesbos.

Unterdessen bahnt sich eine neue Flüchtlingswelle aus Syrien an. Zehntausende harrten auf der syrischen Seite der türkischen Grenze aus. Wenn die bisherige Rebellenhochburg Aleppo an die syrischen Regierungstruppen fällt, könnten eine Million Flüchtlinge in die Türkei drängen, fürchten Experten. Merkel äußerte sich "entsetzt" über die Bombengriffe auf Aleppo - "vorrangig von russischer Seite". Damit verstoße Russland gegen eine UN-Resolution, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung verbiete.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
9. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Februar 2016, 08:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+