Debatte

Abschrift entlastet Polizeipräsident

Vorwurf der „Stammbaumforschung“ fußt offenbar auf Falschmeldung.

14.07.2020

Von hab

Polizisten patrouillieren über den Schlossplatz in Stuttgart. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Stuttgart. Polizei, Staatsanwaltschaft und Landes-Innenministerium haben am Montag einen Medienbericht zurückgewiesen, die Polizei betreibe „Stammbaumforschung“ zu Tatverdächtigen der Stuttgarter Randalenacht. Das Polizeipräsidium in der Landeshauptstadt veröffentlichte im Internet das Transkript einer Rede des Polizeipräsidenten Franz Lutz aus einer Gemeinderatssitzung vom vergangenen Donnerstag. Dem Wortlaut-Protokoll zufolge hat Lutz weder von „Stammbaumforschung“ gesprochen noch davon, über Generationen hinweg nachzuvollziehen, woher die Beschuldigten stammen.

Das Protokoll wurde von der Stadtverwaltung auf Basis einer Tonbandaufnahme erstellt. Diese wird im Rathaus mit Verweis auf die Gemeindeordnung unter Verschluss gehalten. Stadtsprecher Sven Matis beteuert, das Protokoll sei authenthisch.

Laut Protokoll führte Lutz aus, dass die Polizei die Migrationshintergründe der Tatverdächtigen ermittle. Dies sei in einigen Fällen aufwendig. „Und das bedeutet letztendlich Recherchen bundesweit bei den Standesämtern, um letztendlich diese Frage festzustellen.“ Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sprach von „polizeilichem Standardvorgehen“.

Grünen- und Linke-Gemeinderäte behaupteten, Lutz habe von Stammbaumrecherchen gesprochen. Die „Stuttgarter Zeitung“ titelte online „Polizei betreibt Stammbaumforschung der Tatverdächtigen“.

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Erstellt:
14. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2020, 06:00 Uhr

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