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Berlin

Absatz der "Pille danach" eingependelt

Mit der vor einem Jahr in Kraft getretenen Rezeptfreiheit der "Pille danach" ist die Nachfrage zwar deutlich gestiegen, hat sich aber rasch auf diesem Niveau eingependelt.

17.02.2016
  • DPA

Berlin. Seit dem Sommer liegt der Absatz ziemlich konstant bei etwa 60 000 Packungen im Monat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Statistik der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Seit März 2015 können Frauen Präparate für die Verhütung nach Geschlechtsverkehr direkt in der Apotheke bekommen. Der Arzt muss sie nicht mehr extra verschreiben. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der sich lange gegen die Rezeptfreiheit gesperrt hatte und von EU-Vorgaben zu dem Schritt veranlasst wurde, setzt nun auf Beratung der Frauen und Mädchen durch die Apotheker.

Einen Absatz-Höchststand erreichten die Notfall-Verhütungsmittel im vergangenen August mit mehr als 62 000 Packungen. Im September ging er wieder deutlich zurück auf gut 55 800, um bis Ende des Jahres auf etwas mehr als 61 000 zu steigen. Im Februar 2015, dem Monat vor der Rezeptfreiheit, hatte der Absatz noch bei etwas mehr als 38 000 Einheiten gelegen.

Mit der Entlassung der Notfall-Pille aus der Rezeptpflicht verschob sich die Verteilung der unterschiedlichen Abgabe- beziehungsweise Rezeptformen. Reichten davor 20 Prozent der Frauen ein Rezept der Gesetzlichen (GKV) und 80 Prozent ein Rezept der Privaten Krankenversicherung (PKV) ein, waren es nach der Freigabe nur noch 13 Prozent PKV- und 6 Prozent GKV-Rezepte. 81 Prozent der Frauen kamen ohne Rezept. Im letzten Quartal 2015 lag die Verteilung sogar bei 86 Prozent Selbstmedikation sowie 10 Prozent PKV- und 4 Prozent GKV-Rezepte.

Ohne Rezept müssen die Frauen selbst zahlen. Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen besteht nur nach Verschreibung und für Frauen und Mädchen unter 20 Jahre. Dennoch verzichten die allermeisten Frauen auf ärztliche Beratung und Rezept.

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17.02.2016, 08:30 Uhr
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