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Kommentar · Kinderarbeit

Abhängigkeit kein Freibrief

Volkswagen wollte sich kürzlich einen Kobalt-Vorrat für fünf Jahre sichern. Vergeblich, kein Händler wollte den Verlust möglicher exorbitanter Gewinne durch langfristige Lieferzusagen riskieren.

16.11.2017
  • THOMAS VEITINGER

Kein Wunder: Computer-, Handy- und Auto-Hersteller sind auf Kobalt angewiesen. Die Abhängigkeit bei gleichzeitig geringem Vorkommen schwächt ihre Verhandlungspositionen auch bei verantwortungsvollem Rohstoffbezug. Deshalb hat wohl keines der 29 von Amnesty International untersuchten Unternehmen seine Bezugskette von Kobalt offengelegt. Offen bleibt, welche Käufer seltener Erden weltweit überhaupt Kinderarbeit verhindern können. Japanische? Koreanische? Apple und Samsung haben sich 2016 zu einer Initiative zusammengeschlossen, die für bessere Arbeitsbedingungen beim Kobalt-Abbau sorgen will – und werden nun kritisiert.

Ein Freibrief ist diese Abhängigkeit natürlich nicht. Lieferketten müssen untersucht und Missstände benannt werden. Alternativen sind zu suchen: Kobalt wird auf Ozeanböden vermutet. Bezugsquellen in anderen Ländern sind zu prüfen. Konsortien könnten Minen kaufen und Arbeitsbedingungen diktieren.

Der Preis darf nicht das alles beherrschende Handlungsargument sein: Am vermeintlich sauberen Auto-Batterie-Antrieb darf kein Blut kleben.

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16.11.2017, 06:00 Uhr
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