Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Abgas-Skandal soll als Katalysator dienen
Konzernchef Matthias Müller: VW wird an dieser Krise nicht zerbrechen. Foto: dpa
VW will notwendigen Konzernumbau angehen - Erste Zwischenbilanz der Krisenaufarbeitung

Abgas-Skandal soll als Katalysator dienen

Volkswagen hadert zwar weiter mit den Folgen des Abgas-Skandals. Doch die schwerste Krise in ihrer Geschichte sehen die Wolfsburger Autobauer inzwischen auch als Motor für einen Konzernumbau.

11.12.2015
  • JAN-HENRIK PETERMANN, ANDREAS HOENIG, BEIDE DPA

Wolfsburg/Berlin. Der Abgas-Skandal zwingt Volkswagen zur schnelleren Neuausrichtung des riesigen Autokonzerns. "Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt", sagte Vorstandschef Matthias Müller gestern bei der Vorlage einer ersten Zwischenbilanz. "Wir nutzen sie als Katalysator für den Wandel, den Volkswagen braucht." Strukturen und Denkweisen müssten sich ändern, damit künftig ähnliche Krisen verhindert werden.

Wenn es Europas größtem Autobauer gelinge, aus den Falschangaben zum Stickoxid-Ausstoß von Dieselwagen Lehren zu ziehen, könne es wieder bergauf gehen, sagte Müller. "So ernst die aktuelle Situation auch ist: Dieses Unternehmen wird nicht daran zerbrechen." Die Konzernspitze werde VW künftig weniger zentralistisch führen. "Diese Neuausrichtung wäre früher oder später ohnehin nötig gewesen." Absatzeinbrüche gebe es bisher nicht.

Bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal hat die VW-Spitze weiterhin nur einen kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Inzwischen habe man über 1500 Datenträger eingesammelt, um Hinweise zu finden. Auch seien 87 Interviews geführt worden. "Viele weitere werden noch folgen", kündigte Pötsch an. Rund 450 Experten arbeiteten an der Aufklärung. Ziel sei, bis zur Hauptversammlung im April einen Überblick über die Ergebnisse zu liefern. VW hatte Mitte September zugegeben, in rund elf Mio. Dieselmotoren eine Software eingesetzt zu haben, die Daten zum Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxid-Abgase schönte. Für die Bewältigung der Krise wurden Rücklagen von 6,7 Mrd. EUR gebildet.

Man achte nun auch in der Entwicklung strenger auf die Einhaltung von Regeln. So werde bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren. Zudem sollen Emissionstests grundsätzlich extern untersucht werden.

Laut Pötsch kommt die Aufklärung der Affäre voran. Ausgangspunkt sei die Diesel-Offensive von VW im Jahr 2005 gewesen. Der Konzern steckte damals in den USA in einer Absatzkrise. Man habe keinen Weg gefunden, strengere Stickoxid-Normen in den Vereinigten Staaten im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen zu erfüllen.

VW hatte damals schon eine Neuausrichtung auf den Weg gebracht. So sollen die Marken und Regionen künftig mehr Verantwortung bekommen. Beim von Müller ausgerufenen "Kulturwandel" geht es darum, enger zusammenzuarbeiten und eine offene Diskussion über Fehler zuzulassen. Dieses neue Unternehmensklima sei laut Müller eine zentrale Säule beim Umbau.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte, das bloße Ausrufen einer neuen Kultur reiche nicht. "Die Kultur müsste man dadurch ändern, dass man die Mehrheitsverhältnisse im Aufsichtsrat ändert." Verbraucherschützer fordern zudem Klarheit für die Kunden. Diese erwarteten, "dass VW endlich aufklärt, wie der Rückruf abgewickelt und wie der Konzern weitere Ansprüche entschädigen wird", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller. Anfang Januar soll der Rückruf der betroffenen Autos starten.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.12.2015, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular