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Der Mann, der den FC Bayern erfand

ARD widmet jüdischem Ehrenpräsidenten Kurt Landauer heute einen Themenabend

Lange Zeit war Kurt Landauer in Vergessenheit geraten. Dabei hatte der Präsident die Bayern zum ersten Titel geführt. Nicht einmal das Naziregime konnte ihn und seinen Verein dauerhaft auseinanderbringen.

15.10.2014

Von SID

München Der Name Kurt Landauer war lange Zeit selbst Karl-Heinz Rummenigge kein Begriff. "Mir ist der Name von 1974 bis 1984, als ich Spieler beim FC Bayern war, nicht einmal über den Weg gelaufen. Der war irgendwie aus den Geschichtsbüchern verschwunden", gesteht der heutige Vorstandsboss von Bayern München im BR-Interview offen ein. Dabei würde es den FC Bayern in der heutigen Form ohne die Aufbauarbeit seines früheren Präsidenten wohl gar nicht geben.

Dennoch war Landauer beim deutschen Rekordmeister in Vergessenheit geraten, bis ein harter Kern von Bayern-Ultras recherchierte und die Geschichte wiederbelebte. Heute ab 20.15 Uhr widmet nun sogar die ARD "dem Mann, der den FC Bayern erfand", einen Themenabend inklusive eines 90-minütigen Spielfilms. Der Fanklub Schickeria, der Landauers Lebensweg zurück ans Licht geholt hatte.

Landauer, geboren 1884 als Sohn jüdischer Kaufleute, lenkte die Geschicke des FC Bayern von 1913 bis 1914, von 1919 bis 1921, von 1922 bis 1933 und von 1947 bis 1951. Der Höhepunkt seines Wirkens war die erste deutsche Meisterschaft der Münchner 1932.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten galt der Verein jedoch als "Juden-Club", Landauer musste abtreten und emigrierte nach einer 33-tägigen Inhaftierung im KZ Dachau 1939 in die Schweiz. Seine Geschwister Paul, Franz, Leo und Gabriele wurden von den Nazis ermordet. Nur er und seine Schwester Henny überlebten.

Im Juni 1947 kehrte Landauer ins zerbombte München zurück, baute den damals insolventen Verein aus den Trümmern wieder auf und legte so als Präsident den Grundstein jenes FC Bayern, der heute einer der größten, finanzstärksten und bekanntesten Fußballklubs der Welt ist. "Er war ein Macher. Er hat zum Wohle des FC Bayern große Leistungen vollbracht", betont Rummenigge. Landauer habe für eine "Kulturveränderung bei diesem Verein gesorgt".

Landauer selbst formulierte seine Leidenschaft einst so: "Der FC Bayern und ich gehören nun einmal zusammen - und sind untrennbar voneinander." Posthum wurde der 1961 in München verstorbene Landauer zum dritten Ehrenpräsidenten des Vereins neben Franz Beckenbauer und Wilhelm Neudecker ernannt.

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Erstellt:
15. Oktober 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Oktober 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2014, 12:00 Uhr

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