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Werden zu viele Mandeln entfernt?

AOK: Regionale Unterschiede nicht erklärbar

Kindern und Jugendlichen werden Mandeln und Blinddarm in manchen Regionen deutlich häufiger entfernt als in anderen, wundert sich die AOK.

03.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Als "sehr gut" lobt der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, die Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland - aber nur im Prinzip. Es gebe Entwicklungen, "bei denen wir gegensteuern müssen", schränkte er mit Blick auf eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) ein: So manche Mandel- und Blinddarmoperation wäre nicht erforderlich. Denn regional gibt es auffällig große Unterschiede.

Wegen dieser beiden Diagnosen werden Kinder und jungen Menschen bis 24 am häufigsten operiert. Zwar haben die Mandelentfernungen oder Teilentfernungen seit 2006 um 12 Prozent abgenommen. Aber in der Region Magdeburg gibt es je 10 000 jungen Leuten viermal so viele Operationen wie in der Region Ingolstadt. Auch nach Bundesländern sind die Unterschiede groß: In Sachsen wurden 2012 nur 20 von 10 000 jungen Leuten die Mandeln entfernt, im Saarland 46. Baden-Württemberg und Bayern lagen mit jeweils 27 etwas unter dem Durchschnitt, ergab die Auswertung der Daten aller AOK-Versicherten. Offensichtlich würden häufig die Möglichkeiten der Behandlung mit Medikamenten, etwa Antibiotika, wenig oder überhaupt nicht genutzt, kritisiert Wido-Chef Jürgen Klauber. Abhilfe erhofft er sich von den Behandlungsempfehlungen, die es seit wenigen Monaten gibt.

Auch für die regionalen Unterschiede bei Blinddarmoperationen haben die Fachleute keine rechte Erklärung. In Baden-Württemberg kamen 2012 von 10 000 Kindern und Jugendlichen 22 unters Messer, in Bayern 32. Bundesweit wird in Thüringen mit 36 Fällen am häufigsten operiert, in Hamburg mit 18 am seltensten. Auffällige Unterschiede gibt es ebenso bei der Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit): "Ritalin ist kein Kaugummi", sagt Litsch und deutet an, dass nach seiner Ansicht das Medikament zu häufig verschrieben wird.

Zudem sorgt er sich um die gesunde Ernährung von Kindern. Sechs Prozent seien krankhaft übergewichtig. Ihnen droht häufig Diabetes. Die Zahl der Erkrankungen im Jugendalter hat sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Litsch fordert keine Zuckersteuer, wie sie manche Länder eingeführt haben, aber eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln und Aufklärung.

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03.12.2015, 08:30 Uhr
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