Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Diesel

ADAC-Test: Umbau macht Luft deutlich sauberer

Hardware-Nachrüstung ist effektiver als Software-Updates. Verkehrsminister Hermann und der Verband sehen Industrie am Zug.

21.02.2018

Von ROLAND MUSCHEL, AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Mit Hardware-Nachrüstung lässt sich der Stickoxid-Ausstoß von Euro-5-Dieselfahrzeugen im realen Straßenverkehr um die Hälfte senken. Das ist das Ergebnis einer vom ADAC Württemberg im Auftrag von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) durchgeführten Testreihe. „Unser Test hat die Fake News der Autoindustrie endgültig widerlegt: Hardware-Nachrüstung funktioniert“, sagte der Vorstandschef des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf.

Die Hardware-Nachrüstung sei für den Gesundheitsschutz doppelt so effektiv wie die von Teilen der Hersteller angebotenen Software-Updates, sagte Hermann. Bei einer flächendeckenden Nachrüstung aller Euro-5-Diesel könnten viele der bundesweit 70 Städte die Schadstoffgrenzwerte einhalten, die sie derzeit reißen.

Wie der ADAC sieht der Grünen-Politiker die Autoindustrie in der Pflicht, die mit bis zu 3300 Euro pro Fahrzeug bezifferten Kosten zu übernehmen: „Ich betrachte Hardware-Nachrüstung als Wiedergutmachung der Hersteller an den Kunden.“ Die Industrie selbst geht von weit höheren Kosten aus; zudem warnt der Branchenverband VDA, die Umrüstung bedeute einen umfassenden Eingriff in das Steuerungssystem des Autos. Die Politik müsse die Autohersteller „verpflichten, rasch mit der Nachrüstung an den betroffenen Fahrzeugen zu beginnen und auch dafür zu bezahlen“, forderte dagegen Gemeindetags-Präsident Roger Kehle. Dann erübrige sich auch die Debatte um Fahrverbote.

Morgen berät das Bundesverwaltungsgericht, ob Diesel-Fahrverbote in Städten wie Stuttgart zulässig sind. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hofft, dass die Richter die Zuständigkeit beim Bund sehen. „Wenn wir verlieren, kriegen wir dicke Probleme.“ Wie das Land ein Verbot für bestimmte Autos organisieren solle, sei ihm schleierhaft. Polizisten müssten Autofahrer anhalten und kontrollieren. „Dann gibt es Staus bis Heilbronn und Tübingen.“

Zum Artikel

Erstellt:
21. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+