Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Genesung am Neckar

800-Meter-Weltmeister Rudisha trainierte in Tübingen

Im SV 03-Stadion und auf den Wegen entlang der Steinlach hat er sich den letzten Schliff geholt: Der Kenianer und Wahl-Tübinger David Rudisha wurde gestern in Südkorea Weltmeister über 800 Meter.

31.08.2011
  • Bernhard Schmidt

800-Meter-Weltmeister Rudisha trainierte in Tübingen
Schon im vergangenen Jahr prominenter Gast beim Training zum Tübinger Stadtlauf: Weltrekordler David Rudisha aus Kenia.Archivbild: LAV

Tübingen/Daegu. Im fernen Tübingen verfolgten einige Freunde mit großer Spannung das 800-Meter-Finale der Weltmeisterschaft. Stadtlauf-Organisator Frieder Wenk und Physiotherapeut Thilo Nowak mussten nicht lange bangen: Der erst 22-jährige Weltrekordler legte im südkoreanischen Daegu mit den bekannt eleganten und raumgreifenden Schritten in 1:43,91 Minuten einen souveränen Start-Ziel-Sieg hin.

Im Frühjahr, ein gutes halbes Jahr nachdem er mit 1:41,01 Minuten einen fantastischen Weltrekord gelaufen war, hatte sich Rudisha in seiner kenianischen Heimat eine schmerzhafte Sehnenreizung am Sprunggelenk zugezogen – ganz offensichtlich die Folgen einer Fehlbelastung bei seinen vielen Trainingsläufen über unwegsames Gelände, vermutet Mediziner Wenk.

Rudisha, seit vergangenem Jahr Mitglied der von Manager James Templeton organisierten bis zu sechsköpfigen Läufer-WG in der Derendinger Malle-Straße, verließ daraufhin früher als gewohnt die Heimat im kenianischen Hochland und suchte Rat und medizinische Hilfe in der ihm längst vetrauten Universitätsstadt.

Es war offensichtlich der richtige Schritt. Auf die beiden großen Rennen zum Saisonauftakt in Rom und Dubai musste Rudisha zwar noch verzichten, dann aber wurde es dank vieler Stunden mit Physiotherapeut Thilo Nowak schnell besser. Von Ende Mai an drehte er im SV 03-Stadion wieder eine schnelle Runde nach der anderen oder holte sich zusammen mit den kenianischen Landsleuten auf den Wegen zwischen Steinlach und Rammert die nötige Ausdauer.

„David hat unheimlich hart trainiert, er wurde immer schneller“, sagt Wenk. Als schließlich auch noch sein Trainer, der irische „Brother“ Colm O’Conell von der St. Patrick Highschool nach Tübingen geflogen kam, war für Rudisha die Welt wieder in Ordnung. Der Wahl-Tübinger siegte schließlich bei den Kenia-Trials und qualifizierte sich damit gegen starke Konkurrenz für die Weltmeisterschaft in Daegu. Dass Rudisha in Südkorea gewinnen würde – daran zweifelte Wenk nun nicht mehr. „Die Trainingsergebnisse haben zuletzt gezeigt, dass er eigentlich gewinnen musste. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen.“

Langfristig, schätzt Wenk, werde der noch junge Rudisha in die Fußstapfen des großen Bernard Lagat treten. Der in Kenia geborene, mittlerweile für die USA startende Lagat, von den kenianischen Läufern als großes Vorbild verehrt, hat mit seiner Familie ebenfalls in Tübingen Quartier bezogen und wird am kommenden Sonntag, am Schlusstag, über 5000 Meter versuchen, die überwiegend afrikanische Konkurrenz in Schach zu halten.

Wenk hat den Weltrekordler als sehr ehrgeizigen, aber sehr sympathischen und überhaupt nicht überheblichen Menschen kennengelernt. Auch frisch dekoriert mit der WM-Goldmedaille, wird es sich Rudisha nach seiner Rückkehr nach Tübingen nicht nehmen lassen, beim Training für den Stadtlauf auf dem Sand für die Freizeitläufer das Zugpferd zu spielen.

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten-Fußball-Elf der Woche Erst Halle, dann frische Luft
Kommentar Falsche Wortwahl
Handball-Bezirksliga Kreuzbandriss am Geburtstag
Basketball-Regionalliga Schwarz-Gelb schlägt Rot
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular