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Münsingen

4500 Pfadfinder suchen Schutz vor Unwetter

Das Bundeslager der Pfadfinder auf dem Schachen bei Münsingen mit rund 4500 Menschen musste gestern geräumt werden. Ein Unwetter drohte.

11.08.2014

Von JOACHIM LENK

Münsingen Gestern Morgen um 6.30 Uhr traf die erste Warnung des Deutschen Wetterdienstes beim Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) auf dem Schachen oberhalb von Münsingen-Buttenhausen (Landkreis Reutlingen) ein. Dort verbringen seit Donnerstag rund 4500 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland in Zelten ihre Freizeit.

Vor Orkanböen am Abend und in der Nacht um die 110 km/h, vor Hagel und schweren Gewittern wurde gewarnt. Im Lauf des Sonntags verdichteten sich die Meldungen, die auf "ein schweres Unwetter aus Südwesten" hindeuteten. "In zwei Wellen" sollte das Unwetter über die Mittlere Alb hinwegfegen, so der Deutsche Wetterdienst, der außerdem vor Hagelkörner von bis zu zwei Zentimetern Durchmesser warnte.

Aufgrund der Situation, sagte Gero Beisel, der Leiter des Bereichs Notfallmanagement bei den Pfadfindern, habe man sich um 15 Uhr in Absprache mit dem örtlichen Krisenstab dazu entschlossen, das Lager rechtzeitig "ohne Hektik und ohne Panik" zu räumen.

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen waren, wurde um 16 Uhr die rote Fahne auf dem Zeltlagerplatz gehisst. Das Zeichen für die Kinder und Jugendlichen im Alter von 13 bis 20 Jahren und ihre Betreuer, alle Aktivitäten sofort einzustellen, die Zelte anzuspannen und die Materialien zu sichern. Außerdem wurden die mehr als 1000 Gäste des gestrigen Besuchertages gebeten, das Gelände auf dem Schachen sofort zu verlassen.

Derweil machten sich 42 Busse aus der Region Richtung Zeltplatz auf, außerdem 66 Mannschaftstransportwagen der umliegenden Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW), so Kreisbrandmeister Wolfram Auch. Der oberste Feuerwehrmann des Landkreises Reutlingen hatte zusammen mit Vertretern des THW, des Deutschen Roten Kreuzes, der Polizei, des VCP und der Stadtverwaltung den Krisenstab im Münsinger Rathaus eingerichtet. Fast 300 Hilfskräfte waren an der Räumungsaktion beteiligt.

Rund 1000 Kinder, Jugendliche und Betreuer machten sich zu Fuß Richtung Hohenstein-Eglingen ins Gemeindehaus sowie in die Lautertalschule in Münsingen-Hundersingen auf, wo sie die Nacht verbrachten. Die restlichen Teilnehmer wurden mit den Fahrzeugen zu Schulen und Turnhallen in der näheren Umgebung gefahren.

"Das ist unser achtes Bundeslager. Zum ersten Mal wurde es wegen einer Unwetterwarnung geräumt", informierte VCP-Pressesprecherin Diane Tempel-Bornett. "Wir hoffen, dass wir am Montag wieder zurück können."

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Erstellt:
11. August 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. August 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. August 2014, 12:00 Uhr

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