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Was heißt hier eigentlich Satire?

4,4 Millionen sehen den Guttenberg-Film "Der Minister"

Es ist keine drei Jahre her, dass der TV-Sender Sat 1 mit dem damaligen Verteidigungsminister KT zu Guttenberg in Afghanistan eine Talk-Show produzierte - jetzt folgte die Satire "Der Minister". Die ist amüsanter.

14.03.2013

Von JÜRGEN KANOLD

Berlin Eine Satire über Aufstieg und Fall des Dr. Karl Theodor zu Guttenberg im Fernsehen? Moment mal: Da geht ein smarter Verteidigungsminister mit seiner blonden Von-und-zu im Safariladen shoppen und besucht dann nicht nur die Truppe in Afghanistan, sondern startet an der Front auch eine Medienoffensive und quatscht eine Talk-Show mit dem mitgeflogenen TV-Moderatator. Nein, das ist keine Satire, das war Realität in den Hochzeiten des deutschen "KT"-Wahns. Also wenn ein Drehbuchautor so eine Geschichte erfunden hätte wie jene des über einen erschwindelten Doktortitel gestürzten CSU-Politikers Guttenberg, der fast mal Kanzler geworden wäre . . .

Nun, der Event-Produzent Nico Hofmann hat für den Sender Sat 1 jetzt die wirkliche Polit-Satire "Der Minister" geliefert - und die Quote fiel am Dienstagabend mit 4,44 Millionen Zuschauern (Marktanteil 14 Prozent) ordentlich aus. Die Qualität von Uwe Jansons TV-Spielfilm auch. Ziemlich eng hielt sich das Drehbuch an die nur zu bekannten Geschehnisse, manches fast ikonografische Bild der Guttenberg-Karriere wurde nachgestellt: der Wirtschaftsminister am Times Square zum Beispiel. Auch jene Szene, als Angela Merkel ihrer schadenfrohen Annette die Rücktritts-SMS des Barons reicht. Ja, das ganz reale Polit-Personal ist schön kenntlich besetzt: herrlich, wie Katharina Thalbach als Mutti Angela Murkel die Kartoffelsuppe rührt. Klasse auch, wie dieser Franz Ferdinand von und zu Donnersberg als gegelter Klon des "Blitz-Kurier"-Chefs (Thomas Heinze) auftritt.

Was erfunden ist - aber wer weiß das schon? -, das ist Donnersbergs Freund Max (Johann von Bülow), der ihm nicht nur Reden und die Doktorarbeit schreibt, sondern überhaupt als sein Hirn fungiert. Aber das ist ein Manko des Films: Kai Schumann spielt den "KT" als ziemlich debiles Gesicht, zu unglaubwürdig. Satire muss übertreiben, wirkt jedoch um so komischer, je näher sie an der Wirklichkeit bleibt. So doof waren Guttenberg und seine Fans nicht - oder aber doch?

"KT" und Mutti: Kai Schumann in der Guttenberg-Rolle und Katharina Thalbach als Kanzlerin Murkel. Foto: dpa

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Erstellt:
14. März 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. März 2013, 12:00 Uhr

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