Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Raubmord im Bioladen

38-jähriger Landwirt wird durch Messerstich getötet - Wohnsitzloser in Haft

Im Laden eines Aussiedlerhofs im Kreis Rottweil hat sich am Dienstag ein tödliches Drama ereignet. Ein Wohnsitzloser wollte mit einem Messer Geld erpressen - und hat dabei den Landwirts-Sohn erstochen.

08.10.2015

Von PETRA WALHEIM

Deißlingen Die Region steht unter Schock. Es ist das Gesprächsthema in den Städten und Gemeinden - und es ist das Ende der Illusion, im ländlichen Raum sei die Welt noch in Ordnung. Im Bioladen eines Aussiedlerhofs bei Deißlingen (Kreis Rottweil) hat am Dienstagmorgen ein Wohnsitzloser im Handgemenge den 38-jährigen Sohn des Landwirts-Ehepaars mit einem Fleischermesser tödlich verletzt. Der Mann verblutete im Laden. Seine Eltern und seine Schwägerin mussten die Tat mitansehen. Sie hatte der 61-Jährige zuvor schon mit dem Messer bedroht und die Herausgabe von Geld gefordert. Er bekam nach Auskunft von Frank Grundke, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Rottweil, gut 200 Euro ausgehändigt.

Der Räuber, der nach Angaben der Polizei keinen Wohnsitz hat und auch keine Staatsangehörigkeit besitzt, war nach den bisherigen Ermittlungen von Ungarn in die Region eingewandert und hatte sich offenbar schon einige Tage oder Wochen in der Gegend aufgehalten. Die Nacht von Montag auf Dienstag hatte er von den Bauersleuten unbemerkt in einem der Gebäude auf dem Hof verbracht.

Als die Hofbesitzer, deren Schwiegertochter und eine Angestellte am Dienstag gegen 7.30 Uhr im Hofladen mit Vorbereitungen beschäftigt waren, überfiel der Mann nach Angaben der Polizei in einem Nebenraum des Ladens zunächst die Schwägerin des späteren Opfers. Der Räuber hatte sich einen Strumpf über den Kopf gezogen und bedrohte die Frau mit einem Fleischermesser. Er fesselte sie und forderte die Herausgabe von Geld.

Was sich danach im Detail und in welcher Reihenfolge genau abspielte, konnte die Polizei bisher nicht abschließend klären. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand traf der Räuber in der Folge im Hofladen auf das Landwirts-Ehepaar. Auch sie bedrohte er mit dem Messer und forderte Geld.

In dieser Phase soll der 38-jährige Sohn der Bauersleute in den Laden gekommen sein. Er soll die Bedrohungslage erkannt und sich sofort auf den Räuber gestürzt haben, um ihn zu überwältigen.

Es kam zu einem Gerangel, bei dem beide zu Boden stürzten. Dabei kam es nach Angaben der Polizei zu der tödlichen Stichverletzung im Oberkörper. "Wir gehen davon aus, dass der Mann gezielt zugestochen hat", sagt Grundke. Er schließt damit ein Unglück aus. Die genaue Todesursache wird noch ermittelt.

Nach der Auseinandersetzung ergriff der 61-Jährige die Flucht. Er versteckte sich in einem nahe gelegenen Waldstück. Dort fand ihn die Polizei, die sofort mit einem Großaufgebot angerückt war. An der Suche waren auch Polizeihunde und ein Hubschrauber beteiligt, weil zunächst vermutet worden war, es würde einen zweiten Täter geben.

Der Wohnsitzlose wurde festgenommen. In seiner Bekleidung fand die Polizei die 200 Euro, die er zuvor erbeutet hatte. Der Polizei sind bislang keine weiteren Straftaten von ihm bekannt. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Mordes und räuberischer Erpressung mit Todesfolge erlassen. Er sitzt in U-Haft.

Zum Artikel

Erstellt:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2015, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+