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Streit um einen neuen Bolzplatz

350 000 Euro teure Anlage auf Züblin-Areal

Bis zum Sommer soll auf der Brachfläche hinter dem Züblin-Parkhaus ein großer Bolzplatz entstehen. Schon jetzt gehen Anwohner auf die Barrikaden.

16.02.2013
  • SEBASTIAN STEEGMÜLLER

Stuttgart Die Anwohner des Bolzplatzes befürchten Lärmbelästigungen und fordern auch tagsüber eingeschränkte Nutzungszeiten. Für die Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle ist das ein Unding. Die Anzahl geeigneter Anlagen in der Innenstadt sei sowieso viel zu gering.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen über dem Leonhardsviertel auftauchen, füllt sich auch der kleine Bolzplatz in der Pfarrstraße. Besser gesagt, "er platzt an schönen Nachmittagen aus allen Nähten", sagt Kienzle. Ähnlich sieht es auch auf dem nahegelegenen Spielfeld im Bohnenviertel aus. "Das ist ebenfalls viel zu klein. Sobald mehr als drei Jungen gleichzeitig kicken, beschweren sich zudem die Bewohner des Altersheims."

Abhilfe soll das neue, rund 370 Quadratmeter große Kunstrasenfeld direkt hinter dem Züblin-Parkhaus schaffen. Hinzu kommen eine "Chill-Out-Liegelandschaft", eine Graffiti-Wand, ein Slackline-Parcours und eine Fahrradwerkstatt. "Eben alles, was Kinder und Jugendliche zum Spielen brauchen", sagt Kienzle, die sich schon auf die vergrößerte, rund 350 000 Euro Anlage freut. Sie ist zunächst auf zehn Jahre konzipiert. Denn 2023 läuft der Pachtvertrag des Parkhauses aus. Anschließend wird wohl das gesamte Areal einer neuen Nutzung zugeführt. "Bis dahin ist es die ideale Interims-Spielfläche zum Kicken und Entspannen mitten in der Innenstadt. Es gibt momentan kein vergleichbares Angebot für Jugendliche."

Obwohl die Arbeiten auf der Brachfläche der ehemaligen Tankstelle noch nicht begonnen haben, mehren sich schon die ersten Bedenken der Anwohner. Trotz "Flüsterzaun" und speziellem Boden fordern sie auch tagsüber eingeschränkte Nutzungszeiten.

"Es müssen Vereinbarungen im öffentlichen Leben geschaffen werden, dass Kinder und Jugendliche Lärm machen dürfen", sagt Veronika Kienzle. Anaick Geißel vom Stadtjugendrat geht noch einen Schritt weiter. "Auch wenn es die aktuelle Gesetzgebung anders sieht, sollte Jugendlärm ebenso wie Kinderlärm im Immissionsschutzgesetz privilegiert werden. Es macht keinen großen Unterschied, ob ein 13-Jähriger oder ein 15-Jähriger einen Ball gegen einen Fangzaun schießt." Bedenken von Anwohnern kann der Jugendrat nicht nachvollziehen. "Wir gehen davon aus, dass sich der Lärmpegel aufgrund des neuen Fußballplatzes und der Liegewiese nicht sonderlich steigern wird, da ja jetzt bereits ein Basketballplatz, ein Spielplatz und eine Skater-Anlage angrenzend genutzt werden."

Volker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, nimmt die Beschwerden der Anwohner indes ernst. "Wir setzen auf hochwertige, dämmende Materialien und werden auch nach der Eröffnung ein Lärmgutachten erstellen." Außerdem seien die Nutzungszeiten werktags auf acht Stunden reduziert, an Sonn- und Feiertagen sogar nur auf zwei.

Damit abends Ruhe ist, wird ein Schließdienst die komplette Anlage spätestens um 20 Uhr zusperren. Dass sich der Straßenstrich auf dem Platz breitmache, sei somit unwahrscheinlich. "Tagsüber sind zudem Mitarbeiter des Jugendhauses, die in der Fahrradwerkstatt arbeiten, vor Ort." Schirner ist überzeugt: "Der Umbau des Areals ist eine positive Entwicklung. Nicht nur für Jugendliche." Ein Mutter, deren Kind in die benachbarte Jakobschule geht, freut sich ebenfalls auf den Bolzplatz.

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16.02.2013, 12:00 Uhr
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