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Der kleine Mohamed ist tot

32-Jähriger aus Brandenburg gesteht - Toter Junge lag im Kofferraum

Ein 32-jähriger Mann aus Brandenburg hat den vierjährigen Mohamed getötet. Er gestand seiner Mutter die Entführung, sie informierte die Polizei. Mohamed war vor vier Wochen in Berlin verschwunden.

30.10.2015
  • AFP

Berlin Vier Wochen nach seinem Verschwinden in Berlin hat die Polizei offensichtlich die Leiche des vierjährigen Mohamed gefunden. "Wir haben die Gewissheit, dass Mohamed Januzi getötet worden ist", sagte Oberstaatsanwalt Michael von Hagen auf einer Pressekonferenz. Mohamed war am 1. Oktober auf dem Gelände vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) verschwunden.

Früh am Tag habe sich die Mutter des gesuchten Tatverdächtigen telefonisch bei der Berliner Polizei gemeldet, sagte von Hagen. "Sie hat mitgeteilt, dass ihr Sohn ihr gestanden hat, dass er mit der Entführung zu tun hat." Die Mutter habe ihren Sohn auf Fahndungsbildern erkannt und mit ihrem schlimmen Verdacht konfrontiert.

Die Polizei hatte schon einen Hinweis auf den 32-Jährigen erhalten, sagte von Hagen. Als die Mutter anrief, seien Polizisten deswegen schon auf dem Weg zu ihr in den brandenburgischen Ort Niedergörsdorf nahe Jüterborg gewesen.

Kurz nachdem die Polizei eintraf, fuhr der 32-Jährige mit seinem weißen Dacia vor. Er wohnt bei seiner Mutter. Dass er das Kind getötet hat, habe er umgehend gestanden, sagte von Hagen, und die Polizisten auf den Kofferraum seines Wagens hingewiesen.

Dort habe der Leichnam eines ein Meter großen Kindes in einer Plastikwanne gelegen, bedeckt mit Katzenstreu. Der Junge sei schon mehrere Tage tot gewesen. Möglicherweise hatte der Mann die Wanne mit der Leiche zeitweise in einer Art Werkstatt in der Nähe versteckt.

Der Leichnam ist zur Obduktion in die Berliner Charité gebracht worden. Die Identität war gestern Abend zwar nicht zweifelsfrei geklärt; wegen des Geständnisses ist die Polizei jedoch sicher, dass es Mohamed ist. Der Täter soll heute im Amtsgericht Tiergarten einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der vor einem Jahr aus Bosnien mit seiner Mutter und den Geschwistern nach Berlin gekommene Mohamed war am 1. Oktober vom LaGeSo-Gelände verschwunden. Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten, dass der jetzt festgenommenen Mann das Gelände mit Mohamed an der Hand verließ.

Der erste öffentliche Fahndungsaufruf der Polizei war trotz dutzender Hinweise aus der Bevölkerung jedoch ohne Ergebnis geblieben. Ausschlaggebend für den Fahndungserfolg wurden neue, am Montag veröffentlichte Videoaufnahmen, die die Polizei von einem Gaststättenbetreiber erhalten hatte.

Die hochauflösenden Bilder sowie eine ausgelobte Belohnung in Höhe von insgesamt 20 000 Euro hätten zu mehr als hundert Hinweisen geführt, sagte Winfried Wenzel, der Leiter der Sonderkommission "Mohamed". Einer dieser Hinweise habe zu dem bei seiner Mutter lebenden 32-Jährigen geführt.

Die Suche nach Mohamed war eine der aufwändigsten Ermittlungen seit Jahren in Berlin. Jeden Tag arbeiteten 40 Beamte für die Sonderkommission, dazu Suchtrupps.

Die Mutter des 32-Jährigen sei vollkommen verstört wegen der Tat gewesen, sagte Wenzel. Der Täter habe dagegen einen "gefassten und ruhigen Eindruck" gemacht.

Die Polizei wollte weder ein pädosexuelles noch ein fremdenfeindliches Motiv ausschließen. Auffällig: Er ist schon früher gelegentlich auf dem LaGeSo-Gelände gesehen worden. Geprüft wird auch, ob er mit dem Verschwinden des fünfjährigen Elias im Mai in Potsdam etwas zu tun haben könnte. /dpa

Wenn Kinder Gewaltverbrechern zum Opfer fallen Chronologie Gewaltverbrechen an Kindern erschrecken die Öffentlichkeit immer wieder Einige Fälle: Oktober 2015 Schuldspruch für den 44 Jahre alten Mörder der kleinen Jenisa. Er hatte das achtjährige Mädchen im September 2007 erschlagen, um sich an ihrer Familie zu rächen. Ihre Leiche wurde erst 2014 gefunden. Der Mann war bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, weil er 2014 den fünfjährigen Dano aus Herford (Nordrhein-Westfalen) umgebracht hatte. Mai 2015 Lebenslange Haft für den Mörder von Franziska. Er hatte das zwölf Jahre alte Mädchen in Neuburg a. Donau (Bayern) im Februar 2014 entführt, vergewaltigt und erschlagen. März 2012 In einem Parkhaus in Emden (Niedersachsen) wird die elfjährige Lena erwürgt aufgefunden. Der Mörder wird verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen. Februar 2012 Das Landgericht Stade (Niedersachsen) verurteilt den so genannten Maskenmann zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung. Er hatte zwischen 1992 und 2001 drei Jungen ermordet und mehrere sexuell missbraucht. Der BGH bestätigt das Urteil später, hebt aber die Sicherungsverwahrung auf. Juni 2011 Spaziergänger finden die Leiche der siebenjährigen Mary-Jane aus Zella-Mehlis (Thüringen). Der Täter muss lebenslang in Haft. Er hatte das Kind missbraucht, aus Angst vor Entdeckung gewürgt und bewusstlos in einen Bach gelegt. Das Mädchen ertrank. September 2010 Mirco aus Grefrath (Nordrhein-Westfalen) wird entführt, missbraucht und umgebracht. Die Leiche des Zehnjährigen wird erst ein knappes halbes Jahr später entdeckt. Der Täter muss lebenslang in Haft. Juli 2009 Polizisten finden die Leiche der neunjährigen Corinna aus Eilenburg (Sachsen) in einem Nebenarm der Mulde. Auch dieses Kind war einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Der Mörder wird im März 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt. dpa.

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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