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30 Prozent mehr Brenner als im Jahr zuvor – Boom bei Pellets ist vorerst vorbei
Ein Tankwagenfahrer füllt Heizöl in einen Erdtank. Die Branche erwartet anhaltend günstige Preise. Foto: dpa
Heizöl ist billig · Haushalte lassen neue Anlagen einbauen

30 Prozent mehr Brenner als im Jahr zuvor – Boom bei Pellets ist vorerst vorbei

Heizöl ist heute 20 Prozent billiger als vor einem Jahr. Experten rechnen damit, dass der Preis auch noch die nächsten Jahre niedrig bleiben wird.

11.08.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Heizöl bleibt in Deutschland mittelfristig günstig. „Prognosen sind zwar schwierig. Aber am Markt dürften sich Preise zwischen 50 und 60 EUR für 100 Liter bei Abnahme von 3000 Litern einpendeln. Und das wohl für die nächsten drei bis vier Jahre“, sagt Jörg Lenk, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH). Mit Schwankungen müssten Verbraucher aber rechnen. Derzeit liegt der Preis zwischen 50 und 52 EUR . Damit ist Heizöl rund 19 Prozent billiger als vor einem Jahr. Ende 2013 lag der Preis noch bei 85, ein Jahr später bei 60 EUR . Der niedrige Preis sorgt für einen Boom beim Kauf neuer Ölheizungen. 2015 seien 30 Prozent mehr verkauft und installiert worden als 2014. „Dieser Trend hält in diesem Jahr an“, sagt Lenk.

Ein Austausch der Heizungen sei oft auch angeraten. Dem VEH zufolge entsprechen 70 Prozent der rund 5,6 Mio. in Deutschland installierten Anlagen nicht mehr dem Stand der Technik, sie verbrauchen 20 bis 30 Prozent mehr Öl als neue Heizungen. Rund 52 Prozent der Heizungen seien älter als 20, gut 12 Prozent haben sogar mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. „Nur 17 Prozent der Anlagen arbeiten wirklich effizient und nutzen zudem auch erneuerbare Energien.“ Trotzdem ist der Heizölverbrauch in Deutschland seit 1995 von 36 Mio. auf nur noch 16 Mio. Tonnen im vergangenen Jahr gesunken.

Allerdings führt der niedrige Heizölpreis offensichtlich dazu, dass sich doch wieder deutlich mehr Verbraucher eine neue Anlage leisten, die etwa 8000 bis 10 000 EUR kostet. 2015 wurden 60 000 neue Ölheizungen mit Brennwerttechnik eingebaut, fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Die meisten Ölheizungen stehen mit knapp 1,2 Mio. in Bayern, in Baden-Württemberg sind es 950 000.

Dagegen ist der Trend zu Biomasseanlagen, die auf Scheitholz, Pellets und Hackschnitzel setzen, erst einmal vorbei. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mit 29 500 rund 18 Prozent weniger Anlagen verkauft. Ende 2015 gab es rund 390 500 solcher Heizungen. Die meisten sind mit einem Anteil von 36 Prozent in Bayern installiert, Baden-Württemberg kommt auf 19 Prozent. „Der Markt wächst langsamer als erwartet“, sagt Lenk. „Das liegt auch am Ölpreis“. Allerdings sei auch die Anschaffung einer Pelletheizung mit Kosten von bis zu 20 000 EUR erheblich teurer als die einer Öl-Heizung. Zudem sei auch die Wartung deutlich kostspieliger.

2015 wurden 2 Prozent weniger Wärmepumpen verkauft als ein Jahr zuvor, insgesamt 57 000. Dagegen setzen Verbraucher weiter auf Erdgas, obwohl der Erdgas-Preis im Vergleich zum Juni 2015 nur um 2,8 Prozent gesunken ist. Verkauft wurden im vergangenen Jahr 439 500 neue Gas-Heizungen, 7 Prozent als 2014. Bei der Entwicklung spielt offenbar kaum eine Rolle, dass das Heizen mit Pellets mit Blick allein auf den Brennstoff im Vergleich am günstigsten ist, nämlich 4,4 Cent pro Kilowattstunde, bei Heizöl sind es 4,8 Cent, bei Erdgas 6,3, bei Fernwärme 7,9 und bei Strom sogar 21,2 Cent.

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11.08.2016, 06:00 Uhr
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