Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
"Ich hatte ihm vertraut"

30 Frauen beschuldigen den TV-Star Bill Cosby jetzt auch öffentlich

Es wird immer schwieriger für den einstigen TV-Familienvater der USA, Bill Cosby. 30 Frauen werfen ihm öffentlich im TV vor, er habe sie missbraucht. Und am Freitag saß er sieben Stunden lang im Verhör.

12.10.2015
  • CHRISTINA HORSTEN, GISELA OSTWALD, DPA

New York Früher stand Bill Cosby (78) vor den Kameras, als beliebter und verehrter TV-Familienvater der Nation. Heute erheben Frauen im Fernsehen schwere Vorwürfe gegen ihn. Er und seine Anwälte bestreiten alle Vorwürfe - Zeugen, DNA-Tests oder andere Beweise hat bislang keine Frau vorlegen können.

"Er hat mich unter Drogen gesetzt und gewaltsam vergewaltigt", sagt eine der Frauen jetzt in der US-Fernsehshow "Dateline". Neben ihr sitzen 30 weitere Frauen, blonde und braunhaarige, Afro-Amerikanerinnen und Weiße, und erzählen Ähnliches. "Ich hatte ihm vertraut", sagt eine andere. "Er war der bekannteste Entertainer der Welt."

Der Ausstrahlungstermin am Samstag war kein Zufall: Stunden zuvor hatte die Anwältin Gloria Allred den TV-Star an einem geheimgehaltenen Ort befragt. Mehr als sieben Stunden lang, die Pausen nicht mitgerechnet, musste sich Cosby unter Eid zu den Vorwürfen ihrer Klientin äußern.

Seine Anwälte hatten durchgedrückt, dass über den Ausgang der Befragung wenigstens 60 Tage nichts bekannt werden durfte. Noch nicht einmal die genaue Uhrzeit und der Ort.

Allred will Cosby noch einmal unter Eid befragen, kündigte sie gestern an. Sie vertritt eine heute 57-jährige Frau, die dem Schauspieler vorwirft, er habe sie 1974 als 15-Jährige in einem Schlafzimmer in der Playboy-Mansion in Los Angeles sexuell missbraucht.

Es ist das erste Mal, dass sich die knapp 30 Frauen im Fernsehen äußern. Rund 20 weitere Frauen haben Cosby ebenfalls bereits öffentlich sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Und es werden ständig mehr.

Gegen Cosby hängen mehrere Zivilklagen an, strafrechtlich jedoch ist er bisher nicht belangt worden. Im Juli sind allerdings Gerichtsdokumente aus 2005 veröffentlicht worden, denen zufolge er unter Eid eingeräumt hat, dass er sich in den 70er Jahren Beruhigungsmittel verschreiben ließ, die er Frauen geben wollte, um mit ihnen Sex zu haben.

Um den einst so beliebten Komiker und Vorzeige-Familienvater aus der 80er-Jahre-Sitcom "Die Bill Cosby Show" ist es jedoch einsam geworden. Mehrere seiner früheren Kollegen haben sich öffentlich von ihm abgewandt. Universitäten entziehen ihm einst verliehene Würden.

Die Interviews sind in der "Dateline"-Sendung in der Nacht zum Samstag ausgestrahlt worden. Die NBC-Journalistin Kate Snow hatte sie im August in Los Angeles fünf Stunden lang aufgezeichnet und dann auf eine Stunde zusammengeschnitten.

Cosbys Anwälten gelang es nicht, eine Verleumdungsklage von drei anderen Frauen abzuwehren. Ein Richter im Bundesstaat Massachusetts stellte sich auf die Seite der Klägerinnen, die in Interviews versichert hatten, er habe sie in den 1970er Jahren missbraucht. Cosbys Anwälte bezichtigen sie der Lüge.

Die meisten Vorwürfe sind inzwischen verjährt und Cosby kann dafür nicht mehr vor Gericht gebracht werden. Trotzdem sei es ihnen wichtig gewesen, ins Fernsehen zu kommen, sagten die Frauen. "Es ist heilend und erlösend", sagte eine, "darüber zu sprechen, sich umzuschauen und zusammen zu sein."

30 Frauen beschuldigen den TV-Star Bill Cosby jetzt auch öffentlich
Der Beginn der jüngsten Öffentlichkeitsarbeit im Fall Bill Cosby: Pamela Abeyta (links), Sharon Van Ert (von links) and Lisa Christie (rechts) halten Fotos von sich aus der Zeit, als sie jünger waren, in die Kamera. Im roten Kostüm: ihre Anwältin Gloria Allred. Foto: afp

30 Frauen beschuldigen den TV-Star Bill Cosby jetzt auch öffentlich
Hat Cosby sieben Stunden lang an einem geheimgehaltenen Ort befragt: die Anwältin Gloria Allred. Foto: afp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular