Campanile träumt vom Taekwondo-Nationalteam

2000 Zuschauer beim 29. Internationalen Reutlinger-Tübinger Pokal

370 Teilnehmer aus 14 Ländern haben beim 29. Internationalen Reutlinger-Tübinger Taekwondo-Pokal in Rommelsbach gekämpft – mittendrin die 18-jährige Tübingerin Antonella Campanile, die Dritte wurde.

25.01.2010

Von Ibrahim Naber

Rommelsbach. Antonella Campanile muss für einen Moment schmunzeln. Ob in ihrem Leben die Schule oder der Sport vorgeht, wird sie gefragt. Eine kleine Pause, dann antwortet die Schülerin: „Ich lebe für Taekwondo. Dieser Sport nimmt mich ein und füllt mich aus.“ Doch natürlich sei Schule auch wichtig, schiebt sie mit einem Lachen hinterher. Campanile besucht die 12. Klasse des Tübinger Uhlandgymnasiums. Dreimal die Woche hat sie noch Nachmittagsschule, dazu kommen im Schnitt vier Trainingseinheiten in der Sportschule Cretì. Sie habe gelernt, sich die Zeit gut einzuteilen. Doch viel Spielraum für andere Aktivitäten bleibt meistens nicht mehr, sagt sie.

Durch den Gründer des Taekwondo-Vereins Creti und Pleti, Cataldo Cretì, der ein guter Freund ihrer Familie ist, kam Campanile zu diesem Sport. Im Alter von sechs Jahren absolvierte sie ihr erstes Probetraining. Schon zwei Jahre später trainierte sie wöchentlich und hatte sich für die Sportart begeistert. Früh fiel ihrer Trainerin, der früheren Weltklasse-Kämpferin Diana Cretì, das Talent Campaniles auf: „Antonella ist schnell und athletisch. Ihre Beintechnik ist sicher ihre größte Stärke. Zusammen mit ihrem großen Ehrgeiz macht sie das zu einer sehr guten Kämpferin.“

Auch beim Cretì-Cup in Rommelsbach wollte Campanile für Furore sorgen, was ihr zunächst durch einen eindrucksvollen 9:0 Erfolg im Viertelfinale gegen die überforderte Lidia Wagner gelang. Nicht nur da präsentierte sich Taekwondo von seiner besten Seite.

Die Sportart hat nicht zuletzt durch den Einsatz von elektronischen Westen (siehe Extra-Artikel) enorm an Attraktivität gewonnen. Über 2000 Zuschauer versammelten sich über das Wochenende in der Rommelsbacher Wittumhalle und bestaunten auch 18 Kämpfer des israelischen Nationalteams, das erstmals zum Turnier gekommen war. Israels Nationaltrainer Yechiam Sharabi erklärte: „Ich bin über Bekannte auf das Turnier aufmerksam geworden. Wir sehen das Turnier als Vorbereitung für die Welt- und Europameisterschaften.“ Taekwondo werde auch in Israel immer populärer: „Basketball und Fußball sind die Sportarten Nummer eins und zwei bei uns, aber Taekwondo ist im Kommen.“

Für Antonella Campanile hat es letztendlich nicht ganz zum Turniersieg gereicht. Im Halbfinale musste sie sich ihrer Gegnerin aus München knapp geschlagen geben. Enttäuscht sei sie schon ein wenig, sagt Campanile. Doch für große Trauer fehlt ihr die Zeit, weil sie sich einfach gleich neue Ziele steckt: „Ich will bei den Deutschen Meisterschaften unter die ersten drei kommen und so viele Turniere wie möglich gewinnen. Die Nationalmannschaft habe ich immer im Hinterkopf, das wäre mein größter Traum.“

Campanile in Kürze

Antonella Campanile (24) wurde in Deutschland geboren. Ihr Vater stammt aus Italien, ihre Mutter ist Deutsche. Seit ihrem sechsten Lebensjahr macht sie Taekwondo. Ihre größten Erfolge: Gewinn der Baden-Württembergischen Meisterschaft (2004 und 2008), Gewinn der Italian Open 2009. Seit letztem Jahr kämpft sie in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm. Wenn Antonella an ihrer Konzentration arbeitet, kann sie noch Großes erreichen“, sagt Trainerin Diana Cretì.

Volltreffer: Antonella Campanile hat beim Rommelsbacher Turnier Platz drei belegt. Bild: Franke

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Erstellt:
25. Januar 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Januar 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2010, 12:00 Uhr

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