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Air Berlin

200 Piloten melden sich krank

Auch in Stuttgart fallen Dutzende Flüge aus. Das Management droht mit dem Ende der Sanierungsbemühungen.

13.09.2017
  • HAJO ZENKER

Berlin. „Angst und Wut der Air Berliner eskalieren“, sagt Christine Behle, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. Schließlich stehe die Existenz vieler Familien auf dem Spiel. Beim Verkauf der insolventen Fluggesellschaft gehe es nur um wirtschaftliche Interessen, nicht um die mehr als 8000 Beschäftigten. Für die Dienstleistungsgewerkschaft sei die Krankmeldung – 200 der 1500 Piloten erschienen nicht zum Dienst – kein Wunder. Nicht auszuschließen, dass es auch bei anderen Beschäftigten dazu komme.

Was allerdings, so Verdi, keine gute Idee sei, wenn man die Arbeitsplätze erhalten wolle. „Wenn der Flugbetrieb zum Erliegen kommt, folgt darauf das Aus. Und das wäre eine Katastrophe“, erläutert Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Genau damit droht nun das Management: Insolvenzanwalt Frank Kebekus, als Generalbevollmächtigter für die Sanierung zuständig, fordert eine sofortige Veränderung der Situation, „sonst werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen“.

Woher die Verweigerung der Mitarbeiter komme, ist ihm allerdings klar: „Die Nerven liegen blank, der Verlust des Arbeitsplatzes oder – bei einer Übernahme älterer Mitarbeiter – der Hälfte des Gehaltes drohen.“

Jobs erhalten – aber ohne Streik

Die Gewerkschaften sind hin- und hergerissen. Man will für Jobs und Besitzstände kämpfen, aber ohne Streik. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) betont, man habe „überrascht zur Kenntnis genommen“, dass durch eine Vielzahl von Krankmeldungen diverse Verbindungen gestrichen werden mussten. „Zu keinem Zeitpunkt hat die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden“, sagt Pressesprecher Markus Wahl. Die Pilotengewerkschaft habe alle von ihr vertretenen Cockpitmitarbeiter darauf hingewiesen, „ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nachkommen zu müssen“.

Gleichzeitig erläutert die VC, weshalb die Piloten ihren Frust per Krankenschein deutlich machten: Man befürchtet, dass die Airline die gut bezahlten Langstreckenpiloten loswerden wolle, quasi als Willkommensgeschenk für einen Investor, der dann billigeres Personal anheuern könne.

Am Montag hatte Air Berlin bekanntgegeben, zum 25. September das Karibik-Flugprogramm ab Düsseldorf aufzugeben. Auch die Flüge zwischen Berlin und mehreren US-Flughäfen sowie Abu Dhabi werden dann eingestellt.

Für die Passagiere bedeutete der Konflikt Chaos. 100 der geplanten 750 Flüge wurden abgesagt. Am Air-Berlin-Drehkreuz Berlin-Tegel fielen reihenweise Flüge aus. Auch in Stuttgart traf es 34 Starts und Landungen aus.

Investoren können noch bis Freitag ein Angebot für Air Berlin abgeben. Unter Umständen könnte dann die Gläubigerversammlung am 21. September entscheiden, ob ein oder mehrere Käufer den Zuschlag bekommen. Verdi-Sprecher Splanemann hofft auf eine schnelle Entscheidung: „Jeder Tag zählt, das Unternehmen blutet aus.“ Hajo Zenker

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13.09.2017, 06:00 Uhr
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