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Großes Jubiläumsjahr 2019 in Spanien

200 Jahre Prado-Museum Madrid

Im nächsten Jahr feiert der Madrider Prado, eines der weltweit bekanntesten Kunstmuseen, seinen 200. Geburtstag. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

07.07.2018

Von Andreas Drouve, kna

Madrid. Der Prado in Madrid ist ein Gigant in Europas Museumslandschaft, eine Kunstadresse von Weltrang. Juan de Villanueva (1739-1811), Architekt unter König Karl III., entwarf das Gebäude Ende des 18. Jahrhunderts als Kabinett der Naturwissenschaften. Ferdinand VII. ließ es ins „Königliche Museum der Malerei und Bildhauerei“ verwandeln. 1819, vor knapp 200 Jahren, eröffnete es seine Pforten und zeigte anfänglich 311 Werke, beschränkt auf wenige Säle und Galerien.

Heute überwältigt der Prado mit internationalen Meistern vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, verteilt auf mehr als 100 Ausstellungssäle im Hauptgebäude Villanueva. Der benachbarte Trakt Jeronimos, den Stararchitekt Rafael Moneo (81) bei der vorläufigen Prado-Erweiterung bis 2007 samt Kreuzgang vom nebenliegenden Hieronymitenkloster auf umstrittene Weise einfasste, gibt Platz für Sonderausstellungen.

Das bevorstehende Jubiläumsjahr soll Anlass sein, die „Campus del Prado“ genannte Erweiterung voranzutreiben; etwa mit einem Projekt von Baron Norman Foster (83) für den „Salon der Königreiche“ (Salon de Reinos). Ambitionierte Großausstellungen stehen auf der Agenda, allerdings noch ohne konkrete Termine. Darunter: „Velazquez, Rembrandt und die Goldenen spanischen und niederländischen Zeitalter“, „Goya - Zeichnungen“ und „Fra Angelico in der Dekade von 1420“. Dazu sind zwei Wanderausstellungen angesetzt: auf der Iberischen Halbinsel „Kunst und Mythos - Die Götter des Prado“ und in Japan „Velazquez und das Goldene Zeitalter“.

Beim runden Geburtstag wird es nicht zuletzt darum gehen, die schwankenden Besucherzahlen zu steigern und ihnen mit Blick Richtung Zukunft zu konstantem Aufschwung zu verhelfen. 2017 kamen 2,82 Millionen Besucher in den Prado. Das bedeutete zwar eine Steigerung gegenüber 2014 (2,53 Millionen) und 2015 (2,69), aber Rückschritte im Vergleich mit 2011 (2,94) und 2016 (3,03). Zu bedenken gilt es bei der Statistik, dass etwa nur jeder zweite Besucher ein zahlender ist. Für unter 18-Jährige, Studenten sowie bei Abendbesuchen ab 18 Uhr oder sonntags ab 17 Uhr für das allgemeine Publikum ist der Eintritt bislang frei.

Die Sammlung des Prado ist nach Ländern und Epochen geordnet, allerdings nicht immer logisch und nachvollziehbar. Die größten Besuchermagneten sind zwei Spanier, die als Hofmaler tätig waren: Diego Velazquez (1599-1660) und Francisco de Goya (1746-1828). Velazquez spielte in „Die Hoffräulein“ unvergleichlich mit Raum und Perspektiven. Goya malte in „Familie Karls IV.“ dem Monarchen und den Seinen genial den Stumpfsinn ins Gesicht und verstört Betrachter bis heute mit seinen gespenstischen „Schwarzen Malereien“.

Die Meisterwerke mit christlichen Motiven führen El Greco (1541-1614) und Francisco de Zurbaran (1598-1664) an. El Greco verstand sich auf das Spiel mit Raumwirkung, überlängten Figuren und regelrecht fluoreszierenden Farben, so wie in „Die Auferstehung Christi“, „Die Dreifaltigkeit“ und „Die Krönung der Jungfrau“. Zurbarans Verehrung Mariens spiegelt sich mit seiner Mondsichelmadonna („Unbefleckte Empfängnis“) gleich zweifach wider.

Eines der schönsten religiösen Motive des Prado ist die „Granatapfel-Jungfrau“ von Fra Angelico (um 1395-1455) mit der Gottesmutter in einem leuchtblauen Gewand. Bei „Die Jungfrau und das Kind zwischen zwei Engeln“ von Hans Memling (um 1433-1494) trägt Maria dominantes Rot. Und Peter Paul Rubens (1577-1640) ist nicht nur mit mythologischen und weltlichen Motiven vertreten, sondern auch mit Apostelporträts von Petrus, Andreas und Jakobus dem Jüngeren. Ausdrucksstarke Licht-Schatten-Kompositionen von Heiligen wie Franz von Assisi und Hieronymus gehen auf einen weiteren Spanier zurück, Jose de Ribera (1591-1652).

Die im Prado ausgestellten Exponate sind nicht alles. Im Fundus schlummern riesige Mengen an Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Skulpturen. Sie aus der Versenkung zu holen, könnte auch Ziel eines Jubiläumsjahres sein.

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Erstellt:
7. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2018, 06:00 Uhr

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