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Ex-Freundin bespitzelt

20-Jähriger präpariert Handy der Frau - Strafe: 30 Arbeitsstunden

30 Arbeitsstunden muss ein 20-Jähriger ableisten, der das Handy seiner Freundinausspioniert hat. Er wusste, wo sie war, was sie fotografierte und mit wem sie chattete. Aufgeflogen war die Tat aus Zufall.

10.12.2015
  • DPA

Heilbronn. Seine Tat sei "schon ziemlich krank" gewesen, sagte der 20-jährige Angeklagte nach Angaben des Jugendrichters in Heilbronn. Die Verhandlung war wegen seines Alters nicht-öffentlich geführt worden. Er hatte eine Spionage-App auf dem Handy seiner damaligen Freundin installiert und sie überwacht. Das Amtsgericht verurteilte ihn gestern zu 30 Arbeitsstunden.

Der junge Mann hatte die Software auf dem Handy seiner Freundin installiert, als sie für fünf Minuten aus dem Raum gegangen war. Er las ihre SMS-Kurzmitteilungen und WhatsApp-Chats auch noch mit, nachdem die Beziehung beendet war.

Zu seinem Motiv sagte er nach Angaben des Gerichts, die Beziehung sei problematisch gewesen, seine Freundin sehr eifersüchtig. Dieses Verhalten habe auf ihn abgefärbt.

Die Strafe für das Abfangen von Daten ist so gering ausgefallen, weil der Angeklagte geständig war und die Tat schon zwei Jahre zurück liegt, sagte der Richter. Außerdem habe ihm die Ex-Freundin die Spionage nicht sonderlich krummgenommen.

Die Frau hatte die Spionage vermutlich nicht bemerkt. Die Polizei ist dem Mann nach Angaben des Gerichts auf die Spur gekommen, nachdem Fotos der jungen Frau bei Ermittlungen in einem anderen Fall in Bayern aufgetaucht waren und zurückverfolgt wurden. Dem Vernehmen nach hatte es dort Durchsuchungen bei dem App-Entwickler gegeben.

Spionage-Apps sind " die nächste Eskalationsstufe des Nachstellens neben Stalking", sagt die Landesbüroleiterin der Opferorganisation Weißer Ring, Claudia Beck. Der junge Mann hatte die Fotos anschauen können, die seine Ex-Freundin gemacht oder erhalten hat. Fotos beträfen die Intimsphäre einer Person, sagt Beck. "Das verstärkt beim Opfer das Gefühl, ausgeliefert zu sein."

Wenn Partner einander ausspionieren, kommt die moralische Komponente hinzu, sagt Simone Janssen, die Präsidentin des Gesamtverbandes der Ehe- und Partnervermittlungen. "Das ist ein Mega-Vertrauensbruch, das geht natürlich gar nicht." So wenig Vertrauen, das sei keine Basis für eine Beziehung.

Janssen zitiert eine Umfrage aus dem Jahr 2011, wonach jeder Zehnte schon mal heimlich SMS, Briefe oder E-Mails seines Partners gelesen hat. "Vielleicht ist es im Menschen drin, dass er auf Nummer sicher gehen will." Früher hätten Ehefrauen die Anzugtaschen ihrer Männer gefilzt, sagt Janssen. Und nachgeschaut, ob darin Hotelrechnungen für zwei Personen stecken.

Auch sie selbst verwendet eine Spionage-App, auf dem Handy ihres zehnjährigen Sohnes. "Damit ich wüsste, wo er ist, wenn er nicht nach Hause kommt."

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10.12.2015, 06:00 Uhr
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