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Notruf-Missbrauch

19-Jährige bestreitet den Vorwurf des DRK

Im Fall der jungen Frau, die eine Ohnmacht vorgetäuscht haben soll, stehen Aussagen gegen Aussagen.

05.06.2018

Von uha

Ein starkes Stück, was Rettungssanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einer 19-Jährigen vorwerfen: Wie berichtet, soll sie am frühen Donnerstagmorgen in der Weststadt an einer Bushaltestelle eine Ohnmacht vorgespielt haben, um die Rettungskräfte zu foppen. Sie habe so einen anderen Rettungseinsatz verzögert.

Dem widerspricht die junge Frau, die sich nach dem Artikel beim TAGBLATT meldete. Sie sei „stark alkoholisiert“ und sehr wohl ohnmächtig gewesen, sagt die 19-Jährige, die von einem „Filmriss“ spricht. Erst nach einer Infusion im Rettungswagen sei sie wieder aufgewacht. Dass sie gesagt habe, alles sei nur ein Spaß, räumt die Frau zwar ein. Aber nur, „weil ich Angst hatte, dass ich in die Psychiatrie komme.“ Dies sei ihr nach früheren Alkoholvergiftungen bereits mehrfach passiert. „Da wollte ich wirklich nicht mehr hin“. Das Ganze sei „nie ein Spaß“ gewesen, beteuert die Frau.

Eine Infusion habe es nicht gegeben, sagen indes die Rettungskräfte. Als die unansprechbare 19-Jährige im Rettungswagen lag, habe man ihr lediglich Elektroden zur Messung der Herztätigkeit angeklebt, mit einem Fühler den Sauerstoffgehalt des Bluts überprüft und den Blutdruck gemessen, sagt die Rettungssanitäterin Florentien Völkel. Nach Alkohol habe die junge Frau nicht gerochen. Die hinzugerufene Notärztin sei kaum da gewesen, als die Frau sich aufgesetzt habe und gesagt habe: „Das war nur ein Test“.

Widersprüchlich sind auch die Aussagen, was das Verhalten der beiden 16-jährigen Begleiterinnen der 19-Jährigen betrifft, eine davon ihre Schwester. Die Freundin schreibt in einer Mail ans TAGBLATT, die Rettungssanitäter hätten sie auf die Bitte, ob sie mitfahren könnten, ausgelacht. Der Sanitäter Carsten Gutbrod indes sagt, die beiden hätten ihn bereits mit den Worten empfangen: „Hey Alter, wir wollen dann mitfahren.“ Seine Kollegin Völkel spricht von Pöbeleien seitens der Schwester. Später hätten die beiden an die Türen des Rettungswagens gehämmert und nach den Zigaretten verlangt, die die 19-Jährige in der Hosentasche hatte, sagt Gutbrod. Daraufhin alarmierten die Sanitäter die Polizei. Die nahm die 19-Jährige zwar mit, verzichtete aber offenbar auf einen Bluttest.

Wessen Version stimmt, wird wohl ein Gericht klären. Das DRK hat Anzeige wegen Missbrauch des Notrufs gestellt. Klar ist, dass ein Busfahrer die Leitstelle um kurz nach 4.30 Uhr alarmierte. Nur ein paar Sekunden später setze allerdings auch die Schwester der 19-Jährigen einen Notruf ab.

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Erstellt:
5. Juni 2018, 15:06 Uhr
Aktualisiert:
5. Juni 2018, 15:06 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2018, 15:06 Uhr

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