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Wenn böse Buben die Erwachsenen lächerlich machen

150 Jahre "Max und Moritz": Wilhelm-Busch-Fans können auf den Spuren der Helden wandeln

Wilhelm Buschs Lausbubengeschichte gilt als das weltweit bekannteste deutsche Kinderbuch: Ende Oktober 1865 erschien "Max und Moritz".

22.10.2015
  • DPA

Hannover Heute wären sie ein Fall für den Kinderpsychologen, doch Wilhelm Busch ließ Max und Moritz vor 150 Jahren auf grausame Weise für ihre Streiche büßen. In dem Bilderbuch werden die Jungen zum Abschluss ihrer Übeltaten "rickeracke" in der Mühle zermahlen. Zuvor hat das Duo munter Hühner gequält und aus dem Hinterhalt Anschläge auf Dorfbewohner verübt.

Ende Oktober 1865 erschien das satirische Bilderbuch "Max und Moritz" im Münchner Verlag Kaspar Braun - die Lausbuben traten daraufhin einen Siegeszug um die Welt an. Insgesamt wurden die dynamisch gezeichneten Streiche mindestens 190 Mal übersetzt, darunter auch in viele Dialekte. "Es gibt nicht den erhobenen Zeigefinger wie beim ,Struwwelpeter'. Das ist eine Ursache für den langanhaltenden Erfolg", sagt die Direktorin des Museums Wilhelm Busch in Hannover, Gisela Vetter-Liebenow. Anders als in dem 20 Jahre zuvor veröffentlichten Bilderbuch von Heinrich Hoffmann folgt bei "Max und Moritz" die Strafe für jede Missetat nicht auf dem Fuße. Außerdem werden in Wilhelm Buschs Welt die Erwachsenen wie der selbstgerechte Lehrer Lämpel von den Lausejungen attackiert und lächerlich gemacht. So etwas war zuvor in einem Kinderbuch undenkbar.

Wenn man die Originalzeichnungen betrachtet, wird deutlich, weshalb Busch bis heute von satirischen Künstlern und Comiczeichnern weltweit bewundert wird. Er zeichnete filmisch, als an die Erfindung des Kinos noch gar nicht zu denken war. Die explodierende Pfeife von Lehrer Lämpel gilt als Urknall des modernen Comics. Gleichzeitig ist Buschs makaberer Humor, der auf Schadenfreude beruht, zeitlos und amüsiert die Leser seit mehr als 100 Jahren.

In "Max und Moritz" verarbeitete Busch eigene Kindheitserlebnisse. Im Alter von neun Jahren verließ der Junge seinen Heimatort Wiedensahl westlich von Hannover und wurde seinem Onkel Pastor Georg Kleine zur Erziehung übergeben. Die folgenden fünf Jahre lebte er in Ebergötzen bei Göttingen und verbrachte viel Zeit mit seinem besten Freund, dem Müllersohn Erich Bachmann. Besucher können in dem Örtchen Ebergötzen auf Max' und Moritz' Spuren wandeln. Die Wilhelm-Busch-Mühle beherbergt ein Museum, eine kleine Holzbrücke erinnert an den Steg, den die Lausbuben ansägten, um Schneider Böck ein unfreiwilliges kaltes Bad zu bereiten. Auch im Landkreis Schaumburg, wo der Künstler geboren wurde, wird das Max-und-Moritz-Jubiläum mit Lesungen, Theaterabenden und Ausstellungen gefeiert. "Uns geht es darum, Wilhelm Busch in die Gegenwart zu transformieren", sagt Maxi Schweizer, Projektleiterin von "150 Jahre Max und Moritz aus Schaumburg".

Das Busch-Geburtshaus in Wiedensahl etwa präsentiert noch bis zum 10. Januar Zeichnungen vom diesjährigen Wilhelm-Busch-Preisträger Hans Traxler. Außerdem startet jetzt die Ausstellung "Max und Moritz in Frauen-Hand - Fünf Illustratorinnen blicken auf die bösen Buben".

Noch bis 1. Januar 2016 sind Originalzeichungen von Wilhelm Busch aus Max und Moritz im Straßburger Tomi-Ungerer-Museum zu sehen

150 Jahre "Max und Moritz": Wilhelm-Busch-Fans können auf den Spuren der Helden wandeln
Die Erstausgabe von "Max und Moritz" von 1865. Foto: dpa

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22.10.2015, 12:00 Uhr
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