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Das Rendezvous verpasst

0:1 in Irland - Deutsche Nationalelf gibt EM-Fahrkarte vorerst aus der Hand

Blaues Wunder gegen die Boys in Green. Mit der 0:1-Niederlage in Irland verpasste eine überheblich wirkende deutsche Nationalelf die vorzeitige EM-Qualifikation. Und muss am Sonntag nun nachsitzen.

09.10.2015
  • GEROLD KNEHR

Dublin "Die Welt zu Gast bei Freunden" - so lautete das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nachbar Frankreich fasst sich für die Europameisterschaft im kommenden Jahr kürzer. "Le Rendez-vous" heißt der Slogan, mit der die 24 Teilnehmer der Europameisterschaft 2016 empfangen werden.

Gestern Abend haben 23 potentielle deutsche EM-Fahrer das heiße Rendezvous für den nächsten Sommer zunächst einmal verpasst. Gegen Irland setzte es in Dublin eine ernüchternde 0:1-Niederlage. Nun müssen die Männer von Joachim Löw am Sonntag in Leipzig (20.45 Uhr) gegen Georgien nachsitzen, um sich mit einem Sieg doch noch auf den letzten Drücker das EM-Ticket zu holen.

Gestern fehlte der deutschen Elf der Charme und der Esprit, der für ein gelungenes Rendezvous Bedingung ist und um "La belle France" zu betören. Die DFB-Auswahl bestimmte zwar in der ersten Halbzeit das Spiel (Eckballverhältnis zur Pause 9:1), agierte aber gegen die hinten gut stehenden "Boys in Green" mit zu wenig Tempo, zu einfallslos und zu behäbig. Und wurde von den Iren in der 70. Minute durch den Treffer des erst kurz zuvor eingewechselten Stürmer Shane Long böse bestraft. In diesem Moment explodierte der mit 50 604 Zuschauern besetzte Hexenkessel Aviva-Sadium förmlich. Schon zuvor hatten die irischen Fans jeden gelungenen Spielzug ihrer "Boys in Green" begeistert gefeiert.

Im Vergleich zum 3:2-Erfolg vor vier Wochen in Schottland nahm Bundestrainer Joachim Löw zwei Veränderungen vor. Statt Neuling Emre Can spielte Matthias Ginter auf der rechten Abwehrseite. Der ehemalige Freiburger ist eigentlich ein gelernter Innenverteidiger, doch auch bei Borussia Dortmund hatte der vom Stadionsprecher als "Tschinter" angekündigte 21-Jährige auf sich aufmerksam gemacht. Er konnte bis zur seiner Auswechslung in der 76. Minute dem deutschen Offensivspiel nur wenige Akzente verleihen.

Noch wichtiger war aber eine andere Personalie. Wegen einer Verhärtung im Adduktorenbereich konnte der etatmäßige Kapitän und WM-Finalheld Bastian Schweinsteiger nicht auflaufen. Für ihn rückte Marco Reus, der zweite Verletzungs-Pechvogel der Nationalmannschaft, in die Startformation

Reus hatte vor drei Jahren beim 6:1 in der WM-Qualifikation wie auch Toni Kroos jeweils zwei Treffer erzielt. Doch von einem ähnlichen Schützenfest war der Weltmeister gestern weit entfernt. Pech hatte Mesut Özil in der 19. Minute, als er bei einem Torschuss von Thomas Müller im passiven Abseits den irischen Keeper Shay Given irritierte, so dass Müllers Tor nicht zählte. In der 40. Minute verfehlte Özil nach einer Müller-Flanke per Direktabnahme das irische Tor. Given und Mario Götze mussten bereits in der ersten Halbzeit verletzt vom Platz.

Im Laufe des zweiten Durchgangs drängte sich immer mehr der Eindruck auf, als wären die Deutschen schon acht Monate vor ihrem erhofften Rendezvous so nervös wie vor einem ersten Date. Selbst Manuel Neuer war nicht davor gefeit. Die Iren wurden auch wegen der 2:1-Führung Schottlands im Parallelspiel der Gruppe D gegen Polen immer mutiger. Daryl Murphy hatte Pech bei einem Schuss nur knapp übers Tor (64.). Kurz danach wechselte ihn Trainer Martin O'Neill gegen Stürmer Shane Long aus - ein Zeichen für noch mehr irische Attacke. Long erfüllte die Erwartungen mit seinem Kontertor.

0:1 in Irland - Deutsche Nationalelf gibt EM-Fahrkarte vorerst aus der Hand
Kein Durchkommen: Die deutschen Angreifer - hier Mario Götze (rechts) im Duell mit Richard Keogh - hatten erhebliche Probleme mit den bissigen Iren. Foto: Imago

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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