Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Einen Gang zurückgeschaltet

Wirtschaftswachstum flacht im zweiten Quartal etwas ab, ist aber noch höher als erwartet

Der Konjunkturaufschwung verliert an Kraft. Dennoch wuchs die deutsche Wirtschaft im Frühjahr stärker als von Ökonomen erwartet.

13.08.2016
  • DPA

Wiesbaden. Die deutsche Wirtschaft hat nach dem rasanten Jahresstart einen Gang zurückgeschaltet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal gegenüber dem starken ersten Vierteljahr um 0,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Zum Jahresauftakt, also im ersten Quartal, hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt.

In der Eurozone wuchs das BIP im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent, nach einem Plus von 0,6 Prozent zum Jahresbeginn. Sorgen bereiten vor allem Italien und Frankreich, dort stagnierte die Wirtschaft. „Dabei wiegen die Konjunktursorgen mit Blick auf den längerfristigen Trend in Italien deutlich schwerer als in Frankreich, wo noch zu Jahresbeginn eine überraschend hohe Wachstumsrate zu verzeichnen war“, erklärte Stefan Kipar von der BayernLB.

Anders in Deutschland: Außenhandel und Konsum hielten die Konjunktur hier am Laufen. Die Unternehmen hielten sich mit Investitionen dagegen zurück, das bremste das Wachstum.Vor allem die Bauinvestitionen sanken deutlich. „Dies ist jedoch nur die logische Folge des witterungsbedingt starken ersten Quartals“, erklärte Stefan Kipar. Angesichts des milden Winters wurden Projekte vorgezogen. Dieser Effekt entfiel nun. Volkswirte hatten ein Wachstums von nur 0,2 Prozent erwartet.

Dank der Konsumlust der Verbraucher und der Ausgaben des Staates für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge blieb die Wirtschaft auf Wachstumskurs. Angekurbelt wurde die Konjunktur insbesondere auch vom Außenhandel. Zwar hatte der deutsche Export im ersten Halbjahr angesichts der Eintrübung der Weltwirtschaft an Schwung verloren. Die Unternehmen exportierten aber immer noch mehr als im Vorjahr. „Dieser dürfte sich jedoch – gerade mit Blick auf die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die EU zu verlassen – zum Jahreswechsel 2016/17 eher gedämpft entwickeln“, erklärte Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Zwar dürfte es im zweiten Halbjahr weniger rasant nach oben gehen, sagte auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Warnungen vor einem Unsicherheitsschock durch die Brexit-Entscheidung seien jedoch überzogen. „Viel wichtiger als der Brexit ist für die deutsche Wirtschaft die nachlassende Nachfrage aus China und der starke Konsum im Inland“. Diese gegenläufigen Einflüsse sollten sich weiter weitgehend die Waage halten.

Getragen werden dürfte das Wachstum in den kommenden Monaten vor allem vom privaten und staatlichen Verbrauch. Vielen Verbrauchern sitzt das Geld seit Monaten locker, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Haushalte zusätzlich entlasten. Löhne und Renten steigen und die Inflation ist niedrig. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt unverändert gut.

Auch im Vorjahresvergleich wuchs die deutsche Wirtschaft ganz ordentlich: Das preisbereinigte BIP stieg um 3,1 Prozent und damit so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, kalenderbereinigt ergab sich ein Plus von 1,8 Prozent.

Kommentar

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular