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Neue Ideen für Vorsorge

Versicherungsbranche schlägt Innovationsbündnis vor

Angesichts der drohenden Probleme in der Altersvorsorge schlagen die deutschen Versicherer einen runden Tisch mit allen Beteiligten einschließlich der Politik vor, um langfristige Lösungen zu suchen.

13.02.2016
  • DIETER KELLER

Berlin. Trotz der anhaltend niedrigen Zinsen können die Lebensversicherer auf absehbare Zeit alle Verpflichtungen erfüllen. Von Schieflagen einzelner Firmen sei ihm nichts bekannt, sagte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, in Berlin.

Die durchschnittliche Verzinsung der Kapitalanlagen von über 822 Mrd. EUR (Ende 2014) dürfte 2015 etwas unter den 3,9 Prozent des Vorjahres gelegen haben. Angesichts eines durchschnittlichen Garantiezinses von knapp 3 Prozent gebe es aber noch genug Luft für eine Überschussbeteiligung. Kein Kunde habe bisher Einbußen bei den zusagesagten Leistungen erlitten - im Gegensatz zu anderen Finanzanlagen. Die Erfüllung aller Verpflichtungen sei auch in Zukunft ein hoher Wert, betonte Erdland.

Wer zu guten Zeiten einen Vertrag abgeschlossen hat, bekommt noch garantiert 4 Prozent Zinsen. Für neue Verträge sind es aktuell nur 1,25 Prozent. Daher versucht die Branche, neue Vertragstypen zu verkaufen, die keinen garantierten Zins, sondern lebenslang eine garantierte Mindestrente bieten. "Die neuen Produkte laufen gut", so Erdland, im Hauptberuf Chef des Stuttgarter Finanzkonzerns Wüstenrot & Württembergische. In der Beratung zeige sich die Verunsicherung der Kunden. Die Vertreter müssten ihnen nahebringen, dass auch eine garantierte Verzinsung Geld koste.

Die fallenden Aktienkurse treffen die Lebensversicherer kaum, da hierauf nur 4 Prozent ihrer Anlagen entfallen. Sie suchen händeringend nach höherverzinslichen Wegen, etwa bei der Finanzierung der Infrastruktur. Doch auch die die gesetzliche Rentenversicherung und die betriebliche Altersvorsorge stehen schon wegen der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. "In allen Säulen der Altersvorsorge hat sich ein erheblicher Handlungsbedarf aufgebaut", so Erdland. Daher schlägt er ein "Innovationsbündnis" vor, in dem alle Beteiligten einschließlich der Politik die Lage analysieren und langfristige Lösungen erarbeiten.

Ein Hintergrund ist, dass die Riester-Rente nicht so gut läuft wie bei ihrem Start 2002 erwartet: Nicht einmal jeder zweite Arbeitnehmer hat einen Vertrag abgeschlossen, und die Verzinsung reicht nicht aus, um das langfristig sinkende Rentenniveau auszugleichen, was eigentlich die Idee dieser privaten Vorsorge mit staatlicher Förderung war.

Auch die anderen Zweige der Altersvorsorge könnten Interesse an einem runden Tisch haben: Das Niveau der gesetzlichen Renten sinkt, und die Folgen werden immer nur bis zum Jahr 2030 berechnet. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die betriebliche Altersvorsorge ausbauen, doch gerade kleinere Unternehmen befürchten, überfordert zu werden.

Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer gingen 2015 um 1,3 Prozent auf 92,5 Mrd. EUR zurück. Denn es wurden deutlich weniger neue Verträge gegen Einmalbeitrag abgeschlossen. Dabei wird auf einen Schlag ein höherer Betrag eingezahlt, was häufig eher eine Kapitalanlage als eine klassische Versicherung ist. Zudem wurden erheblich weniger Riester-Verträge abgeschlossen. 2016 rechnet Erdland mit 1 Prozent weniger Beiträgen.

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13.02.2016, 08:30 Uhr
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