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Luftslottet som sprängdes
Schweden

Regie: Daniel Alfredson
Mit: Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Annika Hallin, Per Oscarsson

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten
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31.05.2010

Von Klaus-Peter Eichele

Musterdemokratie, Sozialparadies? Aus Sicht seiner Krimiautoren von Sjöwall/Wallhöö bis Stieg Larsson war und ist Schweden eher ein Hort politischer Schweinereien. So kommt im letzten Teil der Filmserie nach Larssons Krimi-Bestsellern der Journalist Mikael Blomkvist einer Geheim­gesellschaft auf die Spur, die offenbar seit Jahrzehnten die politischen Institutionen des Landes unterwandert.

Wie er das genau anstellt, bleibt in der Verfilmung von Daniel Alfredson allerdings genauso verschwommen wie die Antwort auf die Frage, was denn diese Politmafia eigentlich Böses im Schilde führt. Sicher ist nur: Um eine lästige Mitwisserin loszuwerden, ließen die Verschwörer einst Lisbeth Salander in die geschlossene Psychiatrie einweisen, wo das Mädchen schutzlos den Nachstellungen des perversen Anstaltsleiters ausgesetzt war.

In der dritten Folge verlagert sich der bislang recht derbe Rachefeldzug der jungen Frau auf die juristische Ebene, und hätte sich der Film darauf beschränkt, wäre wohl ein solider Gerichtsthriller herausgesprungen. Doch im Bestreben, jedem Motiv des voluminösen Romans gerecht zu werden, zerfleddert die Geschichte in unzählige, oft kaum nachvollziehbare Seitenstränge.

Statt sich zu einem furiosen Finale aufzuschwingen, mäandert die Handlung schwerfällig voran, was die Schwächen der Figuren umso schonungsloser zum Vorschein bringt. Speziell Blomqvist erweist sich abseits eines packenden Geschehens als gutmenschlicher Langweiler ohne jede charakterliche Kante. Aber auch Salander, das Trumpf-As der Serie, sticht diesmal nicht. In der ersten Hälfte ist sie vor allem bettlägrig, in der hinteren wird das bisher unberechenbare Rrriot-Girl vom Drehbuch zum stylishen Edelpunk abgewertet.

Trotz bewährt ansehnlicher Bilder eines von keinem Sonnenstrahl behelligten Schweden kommt dieser Trilogie-Abschluss selten über das Niveau einer besseren "Tatort"-Folge hinaus.

Die gut gestartete Krimireihe schleppt sich zäh einem wenig aufregenden Ende entgegen.

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Erstellt:
31. Mai 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
4. April 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. April 2012, 12:00 Uhr

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