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USA

Regie: Joel & Ethan Coen
Mit: Hailee Steinfeld, Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper, Domhnall Gleeson, Leon Russom

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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21.02.2011

Von Klaus-Peter Eichele

Der letzte große Western? Da muss man wohl in die siebziger Jahre zurückgehen oder sogar das noch ältere Lied vom Tod ins Spiel bringen. Alle späteren Wiederbelebungsversuche der uramerikanischen Filmgattung scheiterten kläglich oder blieben Eintagsfliegen („Der mit dem Wolf tanzt?, „Erbarmunglos?). Und jetzt also zehn Oscar-Nominierungen für „True Grit? samt 170 Millionen Dollar Umsatz an der US-Kinokasse. Steht der wilde Westen demnach vor einem großen Revival? Muss die Genre-Geschichte neu geschrieben werden? Eher nicht. Mehr als ein Western ist „True Grit? ein Film der Brüder Joel und Ethan Coen („No Country For Old Men?).

Dabei hätte die an den gleichnamigen Klassiker von 1968 (deutsch: „Der Marshall?) gelehnte Story alle Chancen auf den John-Wayne-Gedächtnispreis. Ein reisender Händler wird von einem Outlaw à la Liberty Valance ausgeraubt und erschossen. Seine 14-jährige Tochter (Hailee Steinfeld) will den Mörder hängen sehen. Dafür heuert das vorlaute und für sein Alter erstaunlich abgebrühte Mädchen den verwahrlosten Trunkenbold Cogburn (Jeff Bridges), offiziell Marshall im Staatsdienst, an. Gemeinsam heftet sich das ungleiche Duo an die Fersen des ins Indianergebiet geflüchteten Halunken, gelegentlich in handlungstechnisch wenig ergiebiger Begleitung eines weiteren, leicht vertrottelten Kopfgeldjägers (Matt Damon).

Auch die Bildgestaltung des altgedienten Coen-Kameramanns Roger Deakins lässt keine Wünsche klassisch geschulter Genrefans offen. Makellos sind die Aufnahmen der winterlich kargen, fast menschenleeren Wildnis. Von der Wildwasser-Querung bis zum finalen Pistolero-Duell werden viele vertraute Motive abgehandelt. Und doch hat man den Eindruck, dass die Coens diesem ganzen Wildwest-Krempel nichts wirklich Ernstes abgewinnen.

Ständig klopfen sie den Plot auf seine skurrilen und absurden Aspekte ab. So wird der fanatische Glaube des Mädchens an Recht und Justiz fast bis zur Satire ausgereizt. Und Raubein Coburn ist weit weniger ein Wiedergänger „Duke? Waynes als eben ein typisches Coen-Stehaufmännchen wie der von ihm selbst gespielte „Dude? in „The Big Lebowski?. Fans des brüderlichen Regie-Duos werden mit diesem flott inszenierten, opulent bebilderten Streifen also bestens bedient, harte Western-Aficionados bleiben besser bei Kabel 1.

Kein großer Western, aber ein vergnügliches Spiel mit Wildwest-Bauklötzchen.

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Erstellt:
21. Februar 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
4. April 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. April 2012, 12:00 Uhr

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Marek Wojciechowski 06.06.201112:00 Uhr

Aufwendiger Western (Remake), aber was brint er uns außer Unterhaltung?

Herr Gscheitle 04.03.201112:00 Uhr

Liebe Redaktion,
vielen Dank für die kluge und umfassende Antwort. Ich habe das mitm Windows Explorer und m Mozilla ausprobiert und beide Male habe ich einen fetten Werbebanner mitten auf den Kommentaren. Dieser Werbebanner lässt sich nicht wegklicken. Wäre es nicht hilfreich für die Leute, die nicht so einen tollen Browser und Anti-Werbe-Aps haben, wenn die Werbung SEITLICH angebracht würde. Und außerdem: Was sagen eigentlich die Werbefimen, wenn Sie Ihren Kunden empfehlen, sie solletn sich zu Betrachten Ihrer Webseite erstmal einen gescheiten Browser zulegen mit werbe freiem Ap? Da bringt ja die Werbung garnicts mehr. Das ist ja Geld zum Fenster rausgeschmissen!

Herr Gscheitle 28.02.201112:00 Uhr

Würde mir gerne die Kommentare der Leute durchlesen, kanns aber nicht, weil ein Werbebanner, der nicht weggeklickt werden kann, direkt auf den Kommentaren liegt. Typisch Tagblatt, voll kommerziell halt, aber links tun.
(Anm. der Red.: Hallo Herr Gscheitle, bitte benutzen Sie doch einen "gscheiten" Internetbrowser - mit unseren Firefox-Browsern liess sich das beschriebene Problem nicht nachstellen. Alternativ gibts n Haufen "gscheite" AdBlocker, für alle die werbungsfrei surfen wollen.)

Chris 27.02.201112:00 Uhr

Gestern gesehen und genau das was man von einem Cohen-Film erwartet. Klare gradlinige, ja vielleicht sogar spartanische Story, aber interessante Charaktere und bizarre Situationen. Hart und gut!!

Micha 25.02.201112:00 Uhr

Konnte den Film schon vorab sehen und finde das ist sein Jahren der beste Western!!
Ein Muss!!!

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