Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
They Shall Not Grow Old

They Shall Not Grow Old

Dokumentation über den Ersten Weltkrieg, für die „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson aufwändig restauriertes historisches Filmmaterial verwendet.

They Shall Not Grow Old
Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Neuseeland, Großbritannien 2018

Regie: Peter Jackson


99 Min. - ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
25.06.2019

Von Dorothee Hermann

Tote wieder zum Leben zu erwecken war bisher eher etwas für den Horrorfilm. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson („Herr der Ringe“) zeigt nun, wie auch Filmaufnahmen noch 100 Jahre nach ihrer Entstehung ein zweites Leben entwickeln können und die auf ihnen dokumentierten zerschossenen Menschen, Pferde und Landschaften scheinbar ebenfalls. Filmmaterial der britischen Armee aus dem Imperial War Museum bekommt durch die digitale Bearbeitung eine verblüffende Gegenwärtigkeit.

Im August 1914 zogen junge Briten offenbar ähnlich naiv in den Krieg wie die Deutschen. Sie waren „froh, von ihren langweiligen Jobs in Büros und Geschäften wegzukommen“, kamen „aus einem behüteten Leben“ und mancher hatte „noch nie einen Toten gesehen“. Um als kriegstauglich zu gelten, machten sie sich vor der Musterungskommission älter. So hört man es in Stimmen von Veteranen aus dem BBC-Archiv, die die Filmaufnahmen aus dem Off begleiten. Diese Stimmen schaffen auch Distanz zu dem Geschehen auf dem Schlachtfeld. Wenn sich das Bild auf einmal weitet und Farbe und Ton bekommt, während Granaten einschlagen, Minen explodieren und sich Giftgasnebel ausbreiten, und sich der Krieg als Matsch aus Leichen, Blut, sonstigen Körperflüssigkeiten und Ratten erweist.

Mitunter sind auf einer einzigen Aufnahme die Gesichter von einst und ihre digital animierten Gefährten (scheinbar lebendiger, dem Kinopublikum näher) zu sehen. Allerdings fällt die filmische Reanimierung sehr weiß und sehr männlich aus: Den indischen und afrikanischen Mitkämpfern gilt nur ein Seitenblick. Die Tätigkeiten von Frauen (in Munitionsfabriken und Lazaretten) bleiben ausgeblendet wie die überlebenden Verstümmelten und Traumatisierten.

Sehenswerter, aber etwas landsermäßiger Versuch, den Krieg aus Bildern, Cartoons und Plakaten heranzuzoomen.

Zum Artikel

Erstellt:
25. Juni 2019, 01:19 Uhr
Aktualisiert:
25. Juni 2019, 01:19 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 01:19 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+