Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
China

Regie: Wong Kar Wai
Mit: Tony Leung Chiu-wai, Zhang Ziyi, Chang Chen

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
19.06.2013

Von Dorothee Hermann

In der Hand eines Meisters wie Wong Kar-wai verwandeln sich Regen und Nacht in schiere Magie. Regenbänder gleichen visualisierten Nadelstichen, die von den surreal beschleunigten Bewegungen des eleganten Mannes abstrahlen, der sich in blitzschnellen Wendungen gegen eine ganze Angreifertruppe behauptet. Leider hält der Regisseur diese zauberische Bildsprache nicht durch, wenn er die Geschichte des Kung-Fu-Meisters Ip Man (Tony Leung) erzählt ? vielleicht, um dessen Ausnahmetalent nicht ins Übermenschliche zu überhöhen. Vielleicht soll das hochatmosphärische Schwarz-Weiß auch andeuten, wie unwiderruflich vergangen solche Szenen sind.

Ip Man lebt in gesicherten Verhältnissen in einer südchinesischen Stadt Foshan. Da trifft aus der bereits von den Japanern besetzten Mandschurei ein Kampfkunst-Guru in der Stadt ein, der einen Nachfolger sucht. Wie im Western hat der beunruhigende Neuankömmling das Zeug, die Kräfteverhältnisse durcheinanderzuwirbeln. Ip Man sträubt sich gegen das ihm angetragene Erbe, das auch die geheimnisvolle Gong Er (Zhiyi Zhang), die Tochter des Gurus, beansprucht.

Die welthistorische Machtprobe steht auf einer ganz anderen Ebene bevor: Japan steht kurz davor, ganz China zu besetzen. Leider tippt der Film solche Zusammenhänge nur kurz an. Stattdessen bedient er sich vielfacher Rückblenden, etwa um Kindheitsprägungen oder das klassische Rachemotiv ? Gong Ers Abrechnung mit dem Mörder ihres Vaters ? einzuführen.

Technisch ist der Film bemerkenswert: Es gibt Bilder, die sich aufzulösen scheinen wie verschwimmendes Zelluloid (oder wie eine Halluzination). Manche Einstellungen erstarren langsam zu einer Postkartenansicht. Nur wirken die Figuren meist, als wären sie nur die Darsteller einer Geschichte, die ein anderer für sie erzählt. Und die schnulzig-sinfonische Musik als Drama-Marker nervt.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Juni 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Juli 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2013, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+