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The Dead Don’t Die

The Dead Don’t Die

In Centerville erwachen die Toten zum Leben und die drei Polizisten der Stadt sind völlig überfordert. Horrorkomödie von Jim Jarmusch.

The Dead Don't Die
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USA 2019

Regie: Jim Jarmusch
Mit: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton

105 Min. - ab 16 Jahren

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13.06.2019

Von Madeleine Wegner

„Ein wirklich hübscher Ort“ ist das 738-Seelen-Dorf Centerville – so steht es zumindest am Ortsschild. Wahrscheinlich stimmt das sogar. Im gemütlichen Diner plaudern Farmer Miller und Hank, obwohl der eine offensichtlich Rassist und der andere zweifelsohne schwarz ist. Außerdem gibt es einen Werkzeugladen, ein Bestattungsinstitut, ein Motel, drei nette Cops und ein Bestattungsinstitut, sowie einen harmlosen Nerd und einen zwielichtigen Außenseiter.

Doch irgendetwas stimmt in diesem beschaulichen und so furchtbar amerikanischen Kaff nicht. Es ist immer noch taghell, obwohl es längst Abend ist. Die Haustiere verschwinden im Wald oder greifen panisch ihre Besitzer an. Armbanduhren und Smartphones geben ihren Dienst auf. Und das alles nur, weil keiner glauben wollte, dass das Fracking an den Erdpolen gefährlich werden könnte.

Nun steht die Apokalypse bevor: Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern, um sich an Menschenfleisch, Koffein und Chardonnay zu laben. „Das wird kein gutes Ende nehmen.“ Der junge Cop Ronald prophezeit es immer wieder. Er (Adam Driver), sein Chef Cliff (Bill Murray) und seine Kollegin Mindy (Chloë Sevigny) haben zwar keinen blassen Schimmer und die Hosen voll, doch sie geben ihr Bestes, um den Bestien Einhalt zu gebieten.

Mit „The Dead Don’t Die“ ist Jim Jarmusch eine überdrehte und herrlich lakonische Zombiekomödie mit Kultcharakter gelungen. Dazu benutzt er tendenziell alle verfügbaren Klischee: Natürlich stoßen die Toten zuerst ihre Hände durch das Gras, als wollten sie das Leben beim Schopfe packen. Und natürlich lassen sich diese reanimierten Zombies nicht so einfach wieder unter die Erde bringen. Gekrönt wird das Geschlurfe und Gemetzel von schauspielerischen Meisterleistungen und den lakonischen Dialogen der Figuren.

Das mag nicht jedermanns Humor treffen. Doch dieser Film lohnt sich allein schon wegen des Aufgebots an Stars, die offenbar einen Riesen-Spaß beim Spiel hatt und unglaubliche Typen zum Besten geben: Da ist Iggy Pop, der sich als erster Zombie aus dem Grab schält (‚Hat sich doch ganz gut gehalten‘, mag man denken) oder – ganz großes Kino – Tilda Swinton als Zelda Winston, die seltsame, Schwert schwingende Bestatterin. Auch Tom Waits ist wieder mit von der Partie, diesmal als zotteliger, fluchender Einsiedler, der das ganze Geschehen von seinem Wald aus beobachtet und kommentiert.

Am Ende ist diese trashige Story vor allem eines: eine Parabel auf das aktuelle Amerika. Jarmusch lässt es sich nicht nehmen, dies explizit auszusprechen – wenn etwa Farmer Miller (auf dessen Basecap der Spruch prangt: „Keep America white again“) am Ende seine Strafe erhält, weil eben „jeder erntet, was er sät“.

Hat Kult-Charakter. Trifft sicher nicht jeden Humor. Doch welches Bild könnte für Amerikas Zustand besser passen?

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Erstellt:
13. Juni 2019, 10:58 Uhr
Aktualisiert:
13. Juni 2019, 10:58 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 10:58 Uhr

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