Schwarze Milch

Schwarze Milch

Drama um zwei Schwestern und ihr Wiedersehen, nachdem sie getrennt in Deutschland und in der Mongolei aufgewachsen sind.

Schwarze Milch
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Deutschland, Mongolei 2020

Regie: Uisenma Borchu
Mit: Uisenma Borchu, Gunsmaa Tsogzol, Terbish Demberel

92 Min. - ab 12 Jahren

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28.07.2020

Von Madeleine Wegner

Es kostet Mühe und Kraft, die widerspenstigen trockenen Wurzeln zu zerhacken, um damit den kleinen Ofen im Zentrum der Jurte zu heizen. Seltsam, dass eine Handvoll von diesem knorrigen Holz so viel Wärme spenden kann. Auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln begibt sich Wessi, als sie sich endlich zu einer Reise in die Mongolei durchringt. Dort, in der Wüste Gobi, wo sie selbst aufgewachsen ist, lebt heute noch ihre Schwester Ossi ein traditionelles Nomadenleben. Wie viel verbindet die beiden noch nach so vielen Jahren der Trennung?

„Ich bin mongolisch und bin in den Jahren auch deutsch geworden. Damit beginnt für mich eine wahnsinnig interessante Kollision zweier Kulturen. Ob ich es wollte oder nicht, diese Kollision hat bisher mein Leben bestimmt. Nicht nur meins, sondern das Leben von so vielen Menschen, denn es ist unser Zeitgeist“, sagt Regisseurin Uisenma Borchu über ihren Film. Sie selbst spielt – wie schon in ihrem gefeierten Diplomfilm „Schau mich nicht so an“ (2015) – eine Hauptrolle. Ihre Cousine Gunsmaa Tsogzol spielt die Schwester. Auch die anderen Darsteller sind Laien, sie sind Freunde oder Familienmitglieder: Das Leben in der Wüste und das Miteinander in der Geschichte sollte so authentisch wie möglich sein.

„Schwarze Milch“ zeigt das Aufeinandertreffen von zwei Frauen, deren Verbundenheit gelitten hat. Es ist eine Suche nach Nähe und nach Liebe. Wessi ist nicht nur in ihrer alten, sondern auch in ihrer neuen Heimat eine Außenseiterin. Mit ihrem manchmal geradezu dokumentarisch wirkenden Film, der einen intimen Blick in die nomadischen Traditionen wirft, hinterfragt Borchu eingefahrene Haltungen – westliche wie östliche. Sven Zellner (auch Produktion) hat dies mit sehnsuchtsvollem Blick fotografiert. Die Schnitte (Borchu und Christine Schorr) wirken in manchen Szenen geradezu ungelenk, anderen hingegen verleihen sie einen traumartigen Charakter. Fantasie und Realität scheinen zu verschmelzen.

Semibiografische Kollision von Ost und West in gelungenen Bildern. Zugleich dokumentarartiger Einblick ins Nomadenleben.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 15:46 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2020, 15:46 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2020, 15:46 Uhr

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