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Push - Für das Grundrecht auf Wohnen

Push - Für das Grundrecht auf Wohnen

In seinem Dokumentarfilm beschäftigt sich der schwedische Filmemacher Fredrik Gerrten mit der Wohnungspolitik weltweit.

Push - Für das Grundrecht auf Wohnen
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Schweden 2019

Regie: Fredrik Gertten


96 Min. - ab 0 Jahren

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04.06.2019

Von Dorothee Hermann

Gentrifizierung war gestern: Nach und nach zogen sogenannte Kreative wegen der günstigen Mieten in etwas abgerockte Viertel und machten sie zu angesagten Adressen – worauf es teurer wurde, dort zu wohnen. Aktuell läuft die Verdrängung von Mietern im großen Stil: Internationale Hedgefonds und Investmentgesellschaften kaufen auf einen Schlag ganze Viertel auf. Auch honorige Vermögensverwalter wie nationale Pensionsfonds sind beteiligt, denn sie schwören ebenfalls auf Betongold.

Der schwedische Filmemacher Fredrik Gertten interessiert sich für diejenigen, die solchen Entwicklungen ausgeliefert sind. Mit der Kamera begleitet er die UN-Sonderberichterstatterin Leilani Farha, die bedrohte Mieter auf der ganzen Welt befragt hat und ein Grundrecht auf Wohnen fordert.

In Toronto, Berlin, London und Seoul trifft die kanadische Anwältin angestammte Mieter, die aus ihren Wohnungen vergrault werden sollen, im Extremfall durch Schlägertrupps, damit die Häuser verkauft und luxussaniert werden können.

In Mailand spricht sie mit dem Mafiaexperten Roberto Saviano, der den globalen Immobilienmarkt in Kombination mit Steuerparadiesen als perfekten Geldwäsche-Mechanismus beschreibt. In London trifft Farha ehemalige Bewohner des abgebrannten Grenfell Towers, mitten im reichen und pittoresken Notting Hill. Das beliebte Touristenziel in West-London beherbergt auch Luxusimmobilien, in denen gar niemand wohnt, und die vermutlich nur als reine Geldanlage dienen.

Dem Film ist vorgeworfen worden, nur an der Oberfläche zu kratzen, doch er erzeugt ein unbehagliches Schleudersitzgefühl und sensibilisiert für eine Notlage, die einen jederzeit selbst betreffen könnte, vor allem im teuren Tübingen, wo die Mieten um 37Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen (so eine Erhebung von 2018).

Doch es regt sich Widerstand: Betroffene gehen gegen den Mietenwahnsinn auf die Straße. Einige Großstadt-Bürgermeister wie den Berliner Michael Müller hat Farha bereits auf ihrer Seite.

Deckt auf, warum das Wohnen in den Städten auf der ganzen Welt für immer mehr Menschen unbezahlbar wird.

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Erstellt:
4. Juni 2019, 12:18 Uhr
Aktualisiert:
4. Juni 2019, 12:18 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juni 2019, 12:18 Uhr

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