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Parasite

Parasite

In dem südkoreanischen Thriller versucht eine verarmte Familie mit allen Mitteln, sich ein besseres Leben zu verschaffen.

Parasite
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Südkorea 2019

Regie: Bong Joon-ho
Mit: Kang-Ho Song, Woo-sik Choi, Park So-Dam

132 Min. - ab 16 Jahren

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15.10.2019

Von Madeleine Wegner

Sie wohnen in einem Loch. Familie Kim lebt zu viert auf engstem Raum in einer Untergeschoss-Wohnung in Seoul. Eigentlich ist es keine Wohnung, sondern ein Keller. Sohn Ki-woo (Choi Woo-shik) und Tochter Ki-jung (Park So-dam) klettern bis in den letzten Winkel der schäbigen Räume, um mit dem Handy ein kostenloses WLAN-Signal aus der Nachbarschaft abzufangen, während Betrunkene sich oben auf der Gasse vor ihren Fenstern übergeben. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, hält sich die Familie mit Aushilfsjobs über Wasser.

Sie haben es zu nichts gebracht und werden es vermutlich auch nie. Doch dann bietet sich dem Sohn durch eine zufällige Begegnung die Gelegenheit zu einer Anstellung als Nachhilfelehrer in einer reichen Familie. Als Kevin betritt Ki-woo die Luxusvilla aus Waschbeton, Glas und Stahl. Der Ausblick durch die Glasfront in den gepflegten parkähnlichen Garten kommt der Hoffnung auf ein besseres Leben gleich.

So entwickelt sich, was mit der Fälschung eines Uni-Zeugnisses scheinbar harmlos beginnt („Ich habe es nur früher ausgedruckt, nächstes Jahr werde ich zur Universität gehen, Vater“, sagt Ki-woo voller Überzeugung), zum vermeintlichen Aufstieg der gesamten Kim-Familie in ein gesichertes Leben. Dabei ist es umso erstaunlicher, dass es die Familie mit ihrer Kreativität, ihrem durchtriebenen Schauspieltalent und ihrem erbarmungslosen Willen als ausgemachte Hochstapler nicht schon viel früher geschafft hat, einige Stufen höher in der Gesellschaftsordnung zu klettern.

Der Schwindel entspinnt eine unheilvolle Spannung und die Geschichte scheint unweigerlich auf die große Katastrophe zuzusteuern. Und doch schafft es der südkoreanische Regisseur und Drehbuchautor Joon-ho Bong, mit einer unverhofften Wendung zu verblüffen. Außerdem gelingt es ihm, Details wie den Geruch von Menschen derart symbolhaft aufzuladen, dass es einem als Kino-Besucher kalt den Rücken herunterläuft. Die Wut bahnt sich mit schonungsloser Konsequenz ihren Weg. Und das einzige, was bleibt, sind die großen Träume der kleinen Leute.

Verblüfft mit überraschenden Wendungen, bietet sorgfältig inszeniert und kunstvoll gefilmt großes Kino.

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Erstellt:
15. Oktober 2019, 12:38 Uhr
Aktualisiert:
15. Oktober 2019, 12:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 12:38 Uhr

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