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Once Upon A Time in Hollywood

Once Upon A Time in Hollywood

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt spielen in Tarantinos Buddy-Komödie ein abgehalftertes Star-Duo im Los Angeles der 60er Jahre.

Once Upon A Time in Hollywood
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USA 2019

Regie: Quentin Tarantino
Mit: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Al Pacino

161 Min. - ab 16 Jahren

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13.08.2019

Von Madeleine Wegner

Es war einmal...“, so fangen Märchen an. Sie erzählen von Menschen und Wunderwesen, die in einer unbestimmten Zeit gelebt haben. Ihre Geschichte ist gleichsam zeitlos und universell. Auf Quentin Tarantinos „Once Upon A Time...in Hollywood“ trifft das bedingt

zu. Seine Geschicht spielt vor genau 50 Jahren, im Los Angeles des Jahres 1969. Eine Zeit des radikalen Umbruchs, wenig märchenhaft. Tarantino lässt in seinem opulenten Werk Menschen wiederauferstehen, interpretiert sie neu und nutzt sie – dies ganz im Sinne eines Märchens – als Symbolfiguren.

Im Zentrum steht Cliff Booth (Brad Pitt). Der Hollywood-Stuntman war jahrelang das Double von Western-Bösewicht Rick Dalton (Leonardo DiCaprio). Mittlerweile sind beide nicht mehr ganz frisch, vor allem Cliff bekommt kaum noch Aufträge. Er macht sich als guter Kumpel nützlich, chauffiert Rick herum, repariert die Fernseh-Antenne auf dessen Nobelvilla in den Hügeln Hollywoods und fährt verdammt lässig in der Gegend herum.

Ein großes Staraufgebot gibt es in doppelter Hinsicht, schließlich tauchen unter anderem Bruce Lee, Roman Polanski und Steve McQueen als Filmfiguren auf, außerdem spielen neben Pitt und DiCaprio Kino-Größen wie Al Pacino und Kurt Russell.

Eine zentrale Rolle übernimmt Sharon Tate (Margot Robbie). Die Schauspielerin und Stil-Ikone wurde hochschwanger am 9. August 1969 von Mitgliedern der Manson-Sekte ermordet. Er wollte Tate noch einmal leben lassen, sagte Tarantino kürzlich in einem Interview. Genau hier liegen Reiz und Brisanz des Films: Tarantino entwirft eine Filmwelt und benutzt Persönlichkeiten wie fiktive Spielfiguren. Kaum verwunderlich, dass ihm seit der Uraufführung in Cannes immer wieder heftige Kritik entgegenweht, etwa wegen seiner Darstellung Tates oder auch Bruce Lees als arrogantem Martialarts-Kämpfer.

Der Regisseur und Drehbuchautor nutzt so unterschiedliche Erzähltempi, dass man sich eine Zeit lang gern in dieser opulenten, verschwenderisch historisch anmutenden Schau verliert, wie auch im Laufe der 162 Minuten immer mal wieder das schmerzende Hinterteil allzu deutlich im Kinossessel spürt.

Zugleich ist es eine philosophische und symbolträchtige Auseinandersetzung mit einer abgründigen Film- und Fernsehkultur. Absurderweise ist Tarantino mit seinen stets gewaltgetränkten Werken selbst Teil dessen. Auch sein Hollywood-Opus Magnum endet in einem brutalen Exzess. Dieser fällt zwar nicht so ohnmächtig aus wie etwa in seinem Erstlingswerk „Reservoir Dogs“, ist aber auch nicht Splatter genug, um abstrakt zu wirken wie etwa in seinen „Kill Bill“-Filmen.

Vor allem bei den Western-Szenen merkt man förmlich, welchen Spaß Tarantino an seiner Arbeit gehabt haben muss. Dem Kult-Regisseur bei diesem Unterfangen zuzusehen, ist auch in seinem angekündigten vorletzten Werk ein spezielles Vergnügen.

Die anmaßende wie geniale Zeitreise ins Jahr 1969 zeigt Hollywood und eine ganze Generation im brutalen Umbruch.

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Erstellt:
13. August 2019, 15:45 Uhr
Aktualisiert:
13. August 2019, 15:45 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 15:45 Uhr

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