Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Motherless Brooklyn

Motherless Brooklyn

New York 1954: Ein Ermittler mit Tourette-Syndrom ist in einem Nachtlub einem Mordfall auf der Spur.

Motherless Brooklyn
Videoplayer konnte nicht geladen werden.

USA 2019

Regie: Edward Norton
Mit: Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin

145 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
11.12.2019

Von Dorothee Hermann

Die Fifties wirken in dieser Noir-Hommage unglaublich stylish: die Klamotten, die Hüte, die Hosenträger und die eleganten Limousinen mit der grandios schlingernden Kurvenlage (noch ohne Sicherheitsgurte). Man kann es kaum fassen, dass in einer derart nostalgiesatten Umgebung tatsächlich Blut fließt.

Aber Privatdektektiv Frank Minna (ganz große Klasse: Bruce Willis) muss sterben, damit sein etwas unbeholfener Juniorpartner Lionel Essrog (US-Schauspieler Edward Norton, auch Regie und Drehbuch) sich bewähren kann. Denn Lionel, seit seiner Waisenkinderzeit auch „Motherless Brooklyn“ genannt, hat eine Macke: Wenn er unter Druck ist, stößt er zwanghaft unflätige Reime aus, egal, ob es gerade passt oder nicht (man nennt es das Tourette-Syndrom).

Vor den trüben, rauchgeschwängerten Räumlichkeiten der Detektivagentur breitet sich das New York des Verdachts vor Lionel aus. Im Nebel verdeckter Motive und Machenschaften zeichnet sich nur langsam ein Geflecht von Korruption ab, dessen Drahtzieher – Überraschung! – nicht die Unterwelt, sondern die Stadtoberen sind. Straßenzug für Straßenzug bescheinigen sie den Brooklyner Brownstones Slumstatus, zu Lasten vor allem der afroamerikanischen Bewohner. Die landen im Zweifelsfall auf der Straße, wenn ihre Häuser abgerissen werden, um lukrativeren Bauprojekten Platz zu machen.

Wieder andere Gesetze gelten in einem Jazz-Club in Harlem, wo scheinbar zufällig hereinschneiende Detektive sehr misstrauisch aufgenommen werden. Der charismatische Trompeter (Michael Kenneth Williams aus „The Wire“ und „12 Years a Slave“) strahlt eine smarte Selbstsicherheit aus, die in die Zukunft weist. Überhaupt ist es der vom Cool Jazz jener Zeit inspirierte Soundtrack (Daniel Pemberton), der den Film zum elegischen Ganzen verbindet. Die Ausstattung versetzt den Roman von Jonathan Lethem in Interieurs, die stark den Bildern Edward Hoppers nachempfunden sind.

Ein Kostümfilm wie eine elegische Jazz-linie; mit einem Detektiv , der so lange herumstochert, bis er sich festbeißt.

Zum Artikel

Erstellt:
11. Dezember 2019, 19:51 Uhr
Aktualisiert:
11. Dezember 2019, 19:51 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019, 19:51 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+