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Midsommar

Midsommar

Ein Paar reist in dem neuen Horrorfilm von Ari Aster ins schwedische Hinterland, um die Sonnenwendfeier mitzuerleben. Doch die Bräuche werden zunehmend unheimlich.

Midsommar
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USA 2019

Regie: Ari Aster
Mit: Florence Pugh, Jack Reynor, Will Poulter

147 Min. - ab 16 Jahren

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23.09.2019

Von Madeleine Wegner

Dani wird unruhig. Ihre Schwester antwortet auf keine Nachricht, auch ihre Eltern gehen nicht ans Telefon. Verzweifelt ruft sie ihren Partner Christian an und hat zugleich Angst, ihn mit ihren Familien-Problemen zu vergraulen. In dieser Nacht durchlebt die junge Frau einen wahrgewordenen Alptraum, der genügend Stoff für einen Horrorfilm liefern könnte. Doch Ari Aster, der mit seinem Langfilmdebüt „Hereditary – Das Vermächtnis“ im vergangenen Jahr einen Überraschungserfolg feierte, konzentriert sich in „Midsommar“ auf eine andere Geschichte.

Dani (überzeugend: Florence Pugh) reist gemeinsam mit Christian (Jack Reynor) und dessen Freunden nach Schweden. In einem völlig abgelegenen Dorf soll es zur Sommersonnenwende ein einzigartiges Fest mit besonderen Ritualen geben. Bei ihrer Ankunft betreten die Freunde eine sonnenüberflutete Lichtung. Umgeben von sanften Hügeln tanzen auf den satt grünen Wiesen Menschen in weißen Kleidern – alles wirkt

viel zu perfekt und wie aus einer anderen Welt.

Die jungen Amerikaner werden zunächst freundlich aufgenommen. Doch die in einer scheinbar heilen Welt zurückgezogen lebende Gemeinschaft entpuppt sich bald als gefährliche Sekte. Hier wird auch der Zweck der Vorgeschichte deutlich. Die Entwicklung, die Dani durchlebt, ist nur vor dem Hintergrund ihres Verlustes glaubhaft.

Man mag Aster vorwerfen, Motive schwedischer Folklore als reine Kulisse zu missbrauchen. Mehr als kritisch zu sehen ist auch, dass er ganz beiläufig eine psychische Erkrankung als Begründung für einen Mord nutzt. Doch: Aster gelingt es, viele der Mechanismen einer Sekte aufzuzeigen, die Drogen, Manipulation, Abgeschiedenheit und Isolation für ihre Zwecke nutzt. [Textbaustein: ak0] Man mag die explizit gezeigte Gewalt (etwa Nahaufnahmen zerschmetterter Körper) als dramaturgisches Mittel verstehen. Bemerkenswert ist Christians Reaktion auf solch eine verstörende Szene: Er wolle nicht verurteilen, sondern „offen bleiben“ – und legitimiert damit Brutalität als Bestandteil einer ihm fremden Kultur.

Mag mit expliziten Gewaltdarstellungen schockieren, analysiert dabei jedoch kühl, wie Sekten funktionieren.

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Erstellt:
23. September 2019, 20:01 Uhr
Aktualisiert:
23. September 2019, 20:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. September 2019, 20:01 Uhr

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